Sie sind nun nur noch Mitglied im Sportausschuss, Annette Schavan nimmt Ihren Platz im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit ein - ein Rückzug auf Raten?

KLAUS RIEGERT: Nein, das ist ein völlig normaler Vorgang. Mein Landesgruppenchef hat mich darum gebeten, weil ich den einzigen Platz für Baden-Württemberg hatte. Da Frau Schavan nach ihrem Rücktritt vom Ministeramt keinen Ausschusssitz hatte, habe ich ihr meinen Sitz selbstverständlich gegeben.

Auf Ihrer Homepage findet sich kein Hinweis auf den Ausschuss, es gab keine Pressemitteilungen von Ihnen - kaum jemand wusste, dass Sie dort Mitglied waren. Was waren die Schwerpunkte Ihrer Arbeit?

RIEGERT: Ich war Mitglied seit dieser Legislaturperiode und allgemein für Menschenrechte zuständig, weltweit. Außerdem war ich Berichterstatter für Mittel- und Lateinamerika, den Karibikraum. So war ich etwa im Dezember 2011 in Haiti, das war eine meiner frustrierendsten Reisen. Ein Thema war für mich auch immer der Komplex Behinderte und Armut. Gerade etwa auf Haiti ist das eine größere Aufgabe, die Probleme Behinderter miteinzubeziehen. Aber ich habe diese Themen zu Hause nicht so kommuniziert, da sie keinen Bezug zum Wahlkreis hatten.

Und ansonsten, wenige Monate vor dem Ende Ihrer letzten Legislaturperiode in Berlin - ein bisschen Wehmut?

RIEGERT: Natürlich ist da auf der einen Seite Wehmut, aber ich bin auch immer wieder überrascht, dass es doch noch eine ganze Menge zu tun gibt. Und in der Sommerpause muss ich ja dann drei Büros auflösen, in Berlin, Göppingen und Geislingen. Und dann werde ich gucken, wie es weitergeht. Ich bin am Sondieren, es gibt aber noch keine Zusagen.