Geislingen Nach Feuer: Viele Fragen bleiben offen

Geislingen / Ruben Wolff 12.12.2018
Das Haus in der Uhlandstraße kann noch nicht saniert werden, weil die Brandursache weiter unklar ist.

Die Spuren des Brandes am Gebäude in der Geislinger Uhlandstraße sind noch immer zu sehen. In den frühen Morgenstunden des 7. Septembers hatte ein Feuer den vorderen Teil des Gebäudes unbewohnbar gemacht. „Wir wissen, wie desolat es aussieht“, sagt Hausverwalter Werner Lorenz aus Aufhausen. Er bedauert es, dass die Sanierungsarbeiten bislang nicht starten konnten. Die Versicherung stelle sich quer, weil die Polizei noch immer nicht herausgefunden habe, warum das Feuer ausgebrochen sei.

Schon früh hatten Kriminalpolizisten technische Fehlfunktionen als Brandursache ausgeschlossen. Im September hieß es, man ermittle in Richtung fahrlässiger oder vorsätzlicher Brandstiftung. Neues gebe es auch Mitte Dezember noch nicht, sagt ein Polizeisprecher auf Nachfrage der GEISLINGER ZEITUNG: „Je mehr brennt, desto schwieriger ist es, etwas zu finden.“ Viele Spuren gingen dann in den Flammen verloren. Das sei wie die Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen. Wie lange noch ermittelt wird, könne er deswegen nicht sagen, fasst der Polizeisprecher zusammen.

Decke war einsturzgefährdet

Nach dem Brand war der vordere Teil des Gebäudes einsturzgefährdet gewesen. Genauer gesagt, handelte es sich um Deckenbereiche zwischen dem ersten Obergeschoss und dem Dachgeschoss, wie Irene Cziriak von der Stadtverwaltung erklärt. Inzwischen sei aber auch dieser Bereich wieder begehbar. Er sei mit Dielen übergangsweise abgesichert worden, damit die ehemaligen Bewohner ihre Möbel und sonstigen Besitztümer herausholen konnten. Da keine Gefahr mehr von dem Gebäude ausgehe, müsse die Baurechtsbehörde nicht eingreifen, erklärt Cziriak. Das Haus ist Privateigentum, Einfluss auf die Sanierung könne die Stadtverwaltung nicht nehmen.

Ob die ehemaligen Bewohner inzwischen ein neues Zuhause haben, entzieht sich den Kenntnissen der Stadtverwaltung. Im Gebäude hatten auch Asylbewerber in der Anschlussunterbringung gelebt. Sie kamen damals in die Gemeinschaftsunterkunft in der Rheinlandstraße – daran habe sich auch drei Monate später nichts geändert: „Alle sieben sind noch immer da“, heißt es aus der Pressestelle des Landratsamts in Göppingen.

Nicht betroffen war laut Cziriak eine Einliegerwohnung im Erdgeschoss. Sie wird noch immer bewohnt.

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