Spatenstich Nach drei Jahren Spatenstich

Heißa! Da fliegt das Erdreich durch die Luft. Gemeinsamer Spatenstich gestern für das erste Mehrgenerationen-Wohnhaus in Geislingen mit den Bauherren von WohnenPlus, Vertretern der Stadtverwaltung, der Sparkasse und des Stadtseniorenrates     Foto: Rainer Lauschke
Heißa! Da fliegt das Erdreich durch die Luft. Gemeinsamer Spatenstich gestern für das erste Mehrgenerationen-Wohnhaus in Geislingen mit den Bauherren von WohnenPlus, Vertretern der Stadtverwaltung, der Sparkasse und des Stadtseniorenrates    Foto: Rainer Lauschke © Foto: Rainer Lauschke
Geislingen an der Steige / Michael Rahnefeld 03.11.2016

Der Weg bis zum Spatenstich war durchaus steinig, und selbst jetzt gilt es noch Steine aus dem Weg zu räumen. Momentan macht das aber der Bagger, der in den vergangenen Tagen das alte Gebäude Brunnenstraße 29 eingerissen hat und jetzt die Überreste des alten Mauerwerks zusammenschiebt. Mittwochnachmittag hielt sich die Baumaschine aber dezent im Hintergrund. Und die gut gelaunte Schar, die sich zum symbolischen Spatenstich zusammengefunden hatte, war ohnehin von der anderen Seite angerückt und hatte in der Friedensstraße Position bezogen. Genau gegenüber vom neuen Kinderhaus Sankt Elisabeth. Denn dort wird spätestens in einem Jahr auch die Südseite des ersten Mehrgenerationen-Wohnhauses in Geislingen zu finden sein, dessen Baubeginn gestern bei leichtem Nieselregen von der Spatenstich-Runde gestartet wurde.

Marlis Doerffer von der Immobilienabteilung der Kreissparkasse Göppingen, die als Projektleiterin bei diesem Vorhaben Regie führt, hatte zusammen mit ihrem Team alles bestens vorbereitet. Kleine Stehtische auf dem Gehweg, ein gutes Dutzend neuer Spaten, die passenden Bauhelme dazu, ja sogar Regenschirme standen bereit und ein schmackhaftes Schlückchen aus regionaler Produktion, denn es sollte auch klein wenig gefeiert werden.

Nach exakt drei Jahren Findungs- und Planungsphase bekommt nun auch Geislingen eine Wohnform, die für Sparkassen-Vorstandsmitglied Klaus Meissner „absolut zukunftsweisend ist“. Er freut sich darüber, dass dieses Pilotprojekt nun gerade in Geislingen verwirklicht wird. „Es wird sicher nicht das letzte dieser Art sein“, lacht Meissner. Der Sparkassendirektor ist sich sicher,  dass die drei Wohnungen, für die sein Geldinstitut eingesprungen ist, um das Projekt realisieren zu können, nach Fertigstellung schnell verkauft sind.

Auch Geislingens Oberbürgermeister Frank Dehmer freut sich über den Baustart, er hat von Anfang an mitverfolgt, wie sich das Projekt langsam entwickelte. Diese Wohnform wird zunehmend wichtiger, ist er überzeugt. Den Standort findet er optimal, da dieses Gebäude auch wirklich sichtbar werde. Dehmer unterstreicht zudem die Infrastruktur, die dieses Mehrgenerationen-Wohnhaus umgibt, wie Kindergärten, Schulen, Hallen und Sportplatz. Die Stadt Geislingen war mit Bauamtsleiter Karl Vogelmann hilfreiche Stütze für das Vorhaben, Vogelmann hatte auch das Grundstück ausgeguckt, auf dem jetzt gebaut wird.

Glücklich zeigte sich gestern die ehemalige Vorsitzende des Geislinger Stadtseniorenrates, Monika Zeisler. Sie hatte letztlich vor drei Jahren die Impulse dazu gegeben, dass die Idee dieser Wohnform überhaupt angegangen wurde, der Stadtseniorenrat hat zudem eine Anschubfinanzierung von 3000 Euro geleistet. Im Spätherbst 2013 hatte sich zunächst ein großer Interessenkreis gebildet.   Der lose Verbund verkleinerte sich und bildete die Projektgruppe WohnenPlus, als Architekt wurde Matthias Schuster vom Stuttgarter Büro „Lehen drei“ nach Geislingen geholt. Er war für derartige Projekte schon in anderen Städten tätig. Zwischendurch gab’s beim Geislinger Vorhaben dann eine Hängepartie, weil ein Investor wieder ausstieg. Mit der Sparkasse als Partner wurden dann aber zügig Nägel mit Köpfen gemacht. Jetzt hofft Marlis Doerffer, dass der Bau möglichst unfallfrei verläuft und in  einem Jahr die Bewohner einziehen können, wobei Jung und Alt dann bei individuellem Wohnen auch füreinander da sind.

Was zwischen Brunnen- und Friedensstraße entsteht

Mehrgenerationen-Wohnen Die offizielle Adresse für den Neubau in Altenstadt ist Brunnenstraße 29. Auf dem Grundstück, es ist 1374 Quadratmeter groß, entstehen insgesamt 13 Eigentumswohnungen mit Carport, das Gebäude wird barrierefrei sein. Im Einzelnen handelt es sich um sechs Zweizimmer-Wohnungen mit Wohnflächen zwischen  51 und 66,5 Quadratmetern, um drei Dreizimmer-Wohnungen mit Wohnflächen von 83 bis 112 Quadratmetern und um vier Vierzimmer-Wohnungen mit Wohnflächen von 113 bis 128 Quadratmetern. Zudem erhält das Gebäude einen Gemeinschaftsraum mit 51 Quadratmetern, der allen Wohnungseigentümern gemeinsam gehört. Das Gebäude wird nach EnEV-Standard 2016 gebaut. Alle Wohnungen sind derzeit vergeben, wobei die Kreissparkasse momentan drei Wohnungen baut, die nach der Fertigstellung veräußert werden. Die Fertigstellung des Mehrgenerationen-Wohnhauses ist voraussichtlich Ende des kommenden Jahres.

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