Geislingen / Konstantin Heidemann

Ein goldenes Näschen haben die Organisatoren der Geislinger Musiker Iniative (MieV) am Freitag mit ihrer Künstlerauswahl bewiesen: Mit der Reservoir Dogs Band (RDB) präsentierten sie einen besonderen Leckerbissen in Sachen Filmmusik von Quentin Tarantino. In einer genialen Live-Show zauberte die niederländisch-belgische Combo eine absolut sehenswerte Live-Show auf die Bühnenbretter der Seemühle.

Schon der erste Auftritt der lässigen Rock-Musiker – gestylt mit Sonnenbrillen und Bärten – war verheißungsvoll. Die mit einem alten Ohrensessel, Stehlampe und 50er-Jahre-Radio cool gestaltete Bühne, über der eine große Kinoleinwand hing, wirkte wie eine Filmkulisse. In einer Art Theateraufführung, begleitet im Hintergrund von einem Film, führten die sieben Musiker von RDB das Seemühlen-Publikum in die Tarantino-Welten ein.

Während Quentin Tarantinos Filmklassiker wie „Pulp Fiction“, Death Proof“, „Kill Bill“ „From Dusk Till Dawn“, Django Unchained“ oder „Reservoir Dogs“ längst Filmgeschichte geschrieben haben, sind die Songs dazu oft nur in Kenner-Kreisen bekannt. Das ändert RDB, deren Seemühlen-Auftritt der Erste in Deutschland war. Nach einem instrumentalen Intro mit Sprecherstimme vom Band, rockten die Musiker im Django-Outfit mit „Gimme Danger“ voll ab und stießen gleich auf große Begeisterung in den Zuschauerreihen. Mit weiteren Titeln wie „Rumble“, „Comanche in a dark night“ oder „Son of a Preacher“  kam ordentlich Schwung in die Bude. Obwohl RDB alle Songs neu geschrieben und arrangiert haben, ist der Charakter der Tarantino-Filmsoundtracks geblieben.

„Do you want to go to Mexico“

Frontmann und Sänger Bill ließ die Zuhörer so lange ein Echo auf die Frage „Do you want to go to Mexico?“ bilden, bis ihm dieses laut genug war. Darauf folgte der Titel „Down in Mexico“, während man auf der Leinwand die weite Steppe, kaputte Oldtimer im Straßengraben und bärtige Mexicanos mit großen Hüten sah. Dann trat „Mr. Wallace“ ins Rampenlicht und glänzte mit einer großartigen sehr vom Jazz geprägten Soloeinlage, für die er lautstarken Applaus erhielt.

Mit den Songs „After dark“ und „I can’t hardly stand it“ gelangte man zum berühmt-berüchtigten Tarantino-Kultfilm „From Dusk Till Dawn“ und hatte kurzzeitig das Gefühl, in der Film-Bar „Titty Twister“ zu sein und der dort aufspielenden Band Tito & Tarantula zu lauschen. In diesem Frühjahr steht für die RDB ein gemeinsames Live-Event mit den Filmmusikern an, die durch ihren Auftritt in dem Film „From Dusk still Dawn“ weltbekannt wurden.