Kreis Göppingen Mountainbiken Thema bei Gauversammlung

Mountainbiker machen schmale Wanderwege kaputt, beklagt unter anderem der Schwäbische Albverein. Die Wegewarte des Wandervereins kommen nicht hinterher, sie wieder instand zu setzen.
Mountainbiker machen schmale Wanderwege kaputt, beklagt unter anderem der Schwäbische Albverein. Die Wegewarte des Wandervereins kommen nicht hinterher, sie wieder instand zu setzen. © Foto: Felix Kästle/dpa
Kreis Göppingen / ANNEROSE FISCHER-BUCHER 10.03.2014
Bei der Gauversammlung des Filsgaus im Schwäbischen Albverein kam auch der Konflikt mit Mountainbikern zur Sprache. Man werde sich Kompromissgesprächen nicht verschließen, wurde betont.

"Wir warten jetzt, was da von der Politik auf uns zukommt, denn wir sind nicht die Politik", sagte der Filsgauvorsitzende Rainer Maier zum Konflikt-Thema Mountainbiken auf Wanderwegen, das bei der Gauversammlung in Wangen unter Punkt "Naturschutz" zur Sprache kam: "Wir haben als Verband dazu eine klare Meinung: Sollte die Zwei-Meter-Regelung fallen, müssen wir damit leben."

Der Vorsitzende zitierte verschiedene Äußerungen von Befürwortern, denen das Fahren auf breiteren Wegen zu langweilig sei und die aufgelassene Wanderwege nicht wollten - beim 746-Kilometer-Wegenetz seien das etwa 400 Kilometer schmale Wege - , und er benannte das Hauptproblem: Ramponierte Wege seien für normale Wanderer besonders nach Regen nicht mehr begehbar, und die Pflege der Wege sei den Wegewarten, die jetzt schon ehrenamtlich viel Zeit und Arbeit investierten, nicht zuzumuten. Man wolle sich aber Kompromissgesprächen, sofern sie sinnvoll seien, nicht verschließen.

Im Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden und in den Berichten aus den verschiedenen Fachbereichen wurden eine Fülle von Themen und Informationen angesprochen. Ein Punkt, der den Verantwortlichen zunehmend Sorge bereite, seien sinkende Mitgliederzahlen, eine Überalterung der Mitglieder und die Schwierigkeit, in 570 Ortsgruppen - im Filsgau seien es 34 - Führungskräfte zu finden. Deshalb wolle man hauptamtliche Führungskräfte einstellen, die sich verstärkt um junge Leute und Familien kümmern sollen. Auch in der Präsentation sollen die Ortsgruppen mit den neuen Medien moderner und vernetzter werden und damit auch attraktiver für junge Leute, so Rainer Haller, der für Jugend und EDV/Internet zuständig ist.

Zahlreiche Veranstaltungen des vergangenen Jahres in den verschiedenen Fachbereichen wurden aufgezählt und Gottlob Seyfang erläuterte die Finanzen. So hätten im Filsgau über 400 Wanderführer bei über 800 Wanderungen etwa 17 000 Wanderer geführt, berichtete Gauwanderwart Armin Raff. Veranstaltungen zu richtigem Verhalten bei Notfällen und Gesundheitswanderungen seien geplant. In ihrem Grußwort bedankte sich Heike Baehrens, SPD-Bundestagsabgeordnete, für den Erhalt und die Pflege der Kulturlandschaft, wie beispielsweise der Wacholderheiden, die der Verein nicht durch Konkurrenz seiner Mitglieder untereinander wie im Sport, sondern durch Gemeinschaft leiste. Wangens Bürgermeister Daniel Frey wies auf die Schönheit der Landschaft und auf ihre gute regionale Gastronomie hin. Auch er bedankte sich für die "Pflege und den Erhalt der Natur" durch die Albvereinsmitglieder.

Susanne Leier, die Vorsitzende der Ortsgruppe Wangen mit 232 Mitgliedern, zeigte das abwechslungsreiche Programm ihrer Ortsgruppe auf: Skifahren, Radfahren, Kanufahren, Besichtigungen, Reisen und Wandern. Und ebenfalls erfreulich: Die Ortsgruppen Geislingen, Uhingen, Donzdorf und Göppingen können in diesem Jahr ihr 125-jähriges Jubiläum feiern. Umrahmt wurde die Gauversammlung durch die "Forstbergmusikanten" des Musikvereins Wangen.

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