Porträt Mit Vertrauen zum Schöpfer

Thomas Franz, der neue Hausleiter des Geislinger Samariterstiftes im Demenzgarten dieser Einrichtung. Der 43-jährige Diakon und Vater von vier Kindern strahlt sehr viel Ruhe und Sympathie aus. Ethik spielt bei seiner Arbeit eine große Rolle. 
Thomas Franz, der neue Hausleiter des Geislinger Samariterstiftes im Demenzgarten dieser Einrichtung. Der 43-jährige Diakon und Vater von vier Kindern strahlt sehr viel Ruhe und Sympathie aus. Ethik spielt bei seiner Arbeit eine große Rolle.  © Foto: Claudia burst
Geislingen / Claudia Burst 05.06.2018

Ein Bild mit Spruch hängt im Büro von Thomas Franz über seinem Schreibtisch: Eine kleine Kinderhand klammert sich an die Finger eines Erwachsenen. Zu lesen ist: „Augen bekommen für das Zarte / Hände für das Zerbrechliche / Sinn für das Schöne / Freude an der Schöpfung / Vertrauen zum Schöpfer.“ „Dieser Spruch ist mir wichtig. Das Bild hatte ich schon an meiner vorherigen Arbeitsstelle im Büro“, sagt Thomas Franz.

Der 43-Jährige ist seit dem 1. Januar Hausleiter im Samariterstift in der Oberen Stadt. Die Stelle wurde frei, nachdem Vorgänger Uwe Glöckner die Aufgaben eines Regionalleiters der Samariterstiftung übernahm. Seine neue Aufgabe macht Thomas Franz Spaß. Zum einen, weil sie, wie er sagt, „vielfältig und alles andere als langweilig“ ist, zum anderen, „weil ich kaum Abendtermine habe und dadurch viel mehr Zeit für meine Familie“.

„Es geht hier im Haus darum, den alten Menschen einen schönen Lebensabend zu ermöglichen“, konstatiert der studierte Diakon und Sozialarbeiter. Dafür setzen sich insgesamt 140 Mitarbeiter aus Pflege, Hauswirtschaft, Küche, Technik, Verwaltung und Betreuung in Voll- und Teilzeit ein. Mitarbeiter, für die Thomas Franz jetzt verantwortlich ist. „Personalarbeit macht den größten Teil meiner Tätigkeit aus“, sagt er. Außerdem fungiert er als Ansprechpartner für den Heimbeirat und die Bewohner.

Ethik spielt eine große Rolle

Bevor er beim Samariterstift anfing, war Thomas Franz 13 Jahre lang Geschäftsführer des Kreisjugendrings. Auch diese Arbeit hat ihm gefallen. „Weil ich als Geschäftsführer viele Freiheiten hatte und den Kreisjugendring wieder ganz neu aufbauen musste, nachdem er davor ziemlich in einer Krise war.“

Allerdings fragte er sich, als er Anfang 40 war: „Will ich beim Kreisjugendring alt werden?“ Die Antwort darauf fand der überzeugte Christ, als er las, dass die Samariterstiftung eine Trainee-Stelle ausgeschrieben hatte: Speziell Diakone sollten so geschult werden, dass sie als Heimleiter in den Häusern der Stiftung tätig werden konnten. „Das fand ich gut, dass es bei diesen Stellen um mehr ging als um BWL und Verwaltung. Dass die ethische Frage eine große Rolle spielt“, erklärt Franz.

Mit Ethik bezieht er sich nicht nur auf die christlichen Elemente im Alltag der Bewohner, den sonntäglichen  Gottesdienst etwa, die christlich geprägten Abendrituale mit Lied aus dem Gesangbuch und Gebet oder die Seelsorgearbeit im Haus. „Es geht grundsätzlich darum, so zu handeln, wie es für alle Betroffenen gut ist – und nicht einfach unüberlegt nach Vorschrift“, erläutert er.

Studium in Kempten

Um diese Haltung noch mehr zu professionalisieren und zu verinnerlichen, hat Thomas Franz bereits vor zehn Jahren eine Zusatzausbildung zum systemischen Coach absolviert. Darüber hinaus hat er vor drei Jahren ein neues Studium begonnen, nebenberuflich, an der Hochschule in Kempten – und zwar „Organisationsentwicklung, Supervision und Coaching“. „Dabei geht es darum, Menschen bei Konflikten zu beraten, Führungskräfte weiterzuentwickeln, Teams zu organisieren, gemeinsam über die Lösung von Problemen nachzudenken.“ Inzwischen steht dafür seine Master-Thesis an, die er bis September abgeschlossen haben muss, um seinen Master zu erhalten. „Das werde ich jetzt im kommenden Urlaub erledigen“, hat er sich vorgenommen.

Danach hat er wieder mehr Zeit für seine Frau und seine vier Kinder, mehr Zeit auch fürs Joggen, was er zwischen drei- und viermal pro Woche macht. Sein Ziel: in diesem Jahr noch einen Halbmarathon laufen.„Und weil ich dann ja abends viel mehr Zeit habe als je zuvor, überlege ich momentan, ob ich dann irgendwas im Verein mache. Vielleicht im Chor singen? Es ist schön, jetzt ein richtiges Privatleben zu gestalten.“

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