Geislingen an der Steige Mit Schlange nach Neu-Ulm

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Geislingen an der Steige / Claudia Burst 21.07.2017
Einen außergewöhnlichen Einsatz hatte Doris Schweizer vom Geislinger Ordnungsamt am Freitagvormittag.

Einen außergewöhnlichen Einsatz hatte Doris Schweizer vom Geislinger Ordnungsamt am Freitagvormittag. Statt wie sonst auf Parksünder-Suche zu gehen, stand eine ungeplante Fahrt nach Neu-Ulm auf ihrem Dienstplan. Und zwar mit einer Schlange. Genauer:  einem Netzpython.

Ein solches Tier war in der Nacht zu Freitag vor der MG-Zoohandlung in Weiler ausgesetzt worden. Michael Geier hatte am Morgen gleich das Ordnungsamt darüber informiert. „Das kommt häufig vor, dass wir die Tiere, die so genannte Tierliebhaber einfach bei Michael Geier aussetzen, an Tierheime weitervermitteln und hinbringen müssen“, berichtet Doris Schweizer. Geier selber sieht sich aus finanziellen Gründen nicht mehr in der Lage, die vielen ausgesetzten Tiere aufzunehmen und auf eigene Kosten durchzufüttern (wir berichteten).

Deshalb meldet er seit Frühling jedes Tier dem dafür zuständigen Ordnungsamt. Das kümmerte sich im Lauf der letzten Monate bereits um Bartagamen, kleinere Schlangen oder Schildkröten. Die Fahrt mit einem über zwei Meter langen Netzpython jedoch war auch für Doris Schweizer eine Premiere. Wer sich jedoch jetzt mit Gruseln vorstellt, wie sich das Tier auf der Rücksitzbank räkelt und eventuell durchs Auto schlängelt, wird enttäuscht.

Die Schlange sei in einem großen Eimer mit Luftlöchern und einem Deckel darauf abgegeben worden, schildert Schweizer. Darin habe sie das Tier dann auch zu einem Reptilienzoo nach Neu-Ulm transportiert, der die für die Unterbringung  der Schlange notwendigen Voraussetzungen erfüllt. „Unser Praktikant hat den Eimer auf dem Schoß festgehalten. Aber wohl war ihm dabei nicht“, verrät Doris Schweizer lachend.