Vögel Exotische Vögel in der Jahnhalle

SWP 06.11.2016

Seit vielen Jahren präsentiert sich der Vogelverein Geislingen mit seinen gefiederten Tieren in hübsch verzierten Käfigen und Volieren. Schon beim ersten Schritt in die Halle kam dem Besucher ein Gezwitscher und Gepiepse, ein Zirpen und Krächzen entgegen. Rund 200 Vögel aus allen Erdteilen – ausnahmslos Nachzuchten – gab es zu bestaunen. Im Foyer boten Züchter ihre Exoten auch zum Verkauf an.

Untergebracht waren die  Papageien, Kanarien, Sittiche und Exoten in wunderschön mit Tannengrün, Herbstlaub, Ästen und Moos geschmückten Käfigen, die bereits am Donnerstag von den Züchtern ausgestaltet wurden. Bei den Tieren in den kleinen Schaukäfigen sei der Zuchterfolg von Preisrichter Reinhold Blutbacher aus Westerheim bewertet worden, erklärt der Erste Vorsitzende des Vereins, Walter Pompe. Bei den Tieren in den großen Volieren, wo Krummschnäbel und Papageien gezeigt wurden, sei auch das Gesamtbild in die Bewertung durch Preisrichter aus Mannheim eingeflossen.

Bei den Papageien sei die Nachzucht sehr schwierig, allein schon weil sich das Geschlecht nicht so leicht bestimmen lasse, erklärt Armin Utzt aus Kirchheim, langjähriger Züchter von Aras, Amazonen und Graupapageien. Früher habe das Geschlecht der Tiere endoskopisch untersucht werden müssen, heute muss ein Gentest zeigen, ob es sich um Hahn oder Henne handelt. Ob sich das Papageienpärchen dann auch mag, ist dann immer noch Glückssache. Der Züchter braucht Geduld: Manchmal sitze das Pärchen jahrelang zusammen, streitet sich zwar nicht, paare sich aber auch nicht. Um dann eine Zucht hinzubekommen, müsse er weitere Papageien erwerben. Aras kosten 800 bis 2000 Euro, Amazonen 300 bis 600 Euro.

Seit 50 Jahren schon züchtet der  75-jährige Klaus Schneider aus Süßen australische und afrikanische Prachtfinken. Es sei ganz wichtig, die richtigen Paare zusammenzustellen. Er bringe drei Paare in einer Voliere unter, damit sich die Paare von selbst finden.  Der Züchter beobachtet – und wenn sich ein Pärchen gefunden hat, darf es in einer Einzelbox Vogelhochzeit feiern. Kauft der Züchter einen neuen Zuchthahn, muss er zwischen 40 und 300 Euro hinblättern.

Daniela Locher aus Schelklingen ist mit 28 Jahren die jüngste Züchterin im Verein. Sie hat die Freude an ihren Nymphensittichen von ihrem Vater geerbt. Gemeinsam mit ihrem  Onkel Johann Goldmann hält sie etwa 25 Vögel dieser Art. „Frisches Blut“ findet sie für 30 bis 50 Euro bei anderen Züchtern oder im Handel.

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Züchter tauschen sich aus

Sorgen Wie andere Vereine kämpft auch der Geislinger Vogelverein mit Nachwuchssorgen. „Wir sind ein überalterter Verein“, sagt Armin Utzt. Die Züchter seien im Durchschnitt über 60 Jahre alt. Die wenigen Jungzüchter werden dafür von den älteren mit viel Wissen unterstützt. Bei den monatlichen Züchterversammlungen besprechen sie ihre Zuchterfolge, aber auch Probleme. Eine Tierärztin aus Schorndorf klärt über Krankheiten und Pflege auf und Fachreferenten klären über die verschiedenen Vogelarten und ihre Ernährung auf.

www.vogelverein-geislingen.de