Fünf Tische mit Exponaten haben Ann-Kathrin Elger und Daniel Gugel von Coaching4Future für die Zehntklässler im Musiksaal des Helfenstein-Gymnasiums aufgebaut: Eine Beinprothese gibt es dort zu sehen, Carbonfasern, ein Fläschchen mit einer geheimnisvollen Flüssigkeit, die aussieht wie Tinte und vieles mehr. Die Exponate sind Teil eines interaktiven Vortrags, mit dem die beiden Coaches Schüler des Helfenstein-Gymnasiums für Berufe im MINT-Bereich begeistern wollen. Die Veranstaltung ist – wie zum Beispiel auch das Bogy-Praktikum – Teil der Berufsorientierung der 10. Klassen.

 „Für was steht denn MINT eigentlich?“, fragt Ann-Kathrin Elger. „Ein Tipp: Eine Kaugummi-Geschmacksrichtung ist es in diesem Fall nicht.“ Das wissen die Jugendlichen natürlich: Die minzige Abkürzung steht für „Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik“ – Studien- und Berufsbereiche, die Einfluss darauf haben, wie wir in zehn bis 20 Jahren leben. Ein Video-Clip zeigt, wie die Zukunft aussehen könnte: Roboterarme kochen Spaghetti und machen den Abwasch, eine Frau hält im selbst fahrenden Auto ein Nickerchen, ein 3D-Drucker stellt Organe zur Transplantation her. „Das sind alles Projekte, an denen zur Zeit gearbeitet wird“, sagt Elger.

Zwei Bereiche, in denen MINT-Berufe eine Rolle spielen, werden während des Vortrags näher beleuchtet. Die Schüler entscheiden sich für „Mobilität“ und „Menschen helfen“. Als es um Fortbewegungsmittel der Zukunft geht, fällt einem Schüler sofort der Hyperloop ein, der einmal die Passagierkapseln einer Magnetschwebebahn mit bis zu 1200 Stundenkilometern durch ein Röhrensystem schießen soll. Warum der Hyperloop theoretisch solch hohe Geschwindigkeiten erreichen kann, erläutert Daniel Gugel: Die Kombination aus Teilvakuum in den Röhren und Magnetantrieb schaltet Luft- und Reibungswiderstand aus, die der Geschwindigkeit von Zügen eine Grenze setzen.

Ob sich der Hyperloop je als Personentransportmittel durchsetzen wird, steht noch nicht fest. Es gebe noch viele offene Fragen, auf die Ingenieure und Wissenschaftler eine Antwort finden müssten, erläutert Gugel. Wie soll zum Beispiel die Passagierkapsel aussehen? Ein Team der TU München habe bisher die erfolgreichste Kapsel entwickelt. Und wie soll die Kapsel abgebremst werden, ohne die Passagiere dabei zu zerquetschen? Eine Antwort könnte eines der Exponate liefern, die Gugel und Elger mitgebracht haben: eine Kupferröhre mit Magnet. Gugel hält die Röhre senkrecht und steckt den Magnet hinein, der darin ganz langsam nach unten gleitet. „Hattet ihr diesen Effekt schon einmal im Physik-Unterricht?“, fragt er. Durch das Prinzip des Elektromagnetismus entsteht ein Magnetfeld, das den Fall des Magneten abbremst.

Welche Berufe an der Entwicklung eines Projektes wie des Hyperloops beteiligt sind, erfahren die Schüler auch: Ingenieure natürlich, aber auch Vermessungstechniker und Geowissenschaftler, die den Streckenverlauf untersuchen.

Ann-Kathrin Elger beleuchtet anschließend, wie man in MINT-Berufen Menschen helfen kann. Materialwissenschaftler und Medizintechniker haben etwa dazu beigetragen, dass die schwere Beinprothese, die auf dem Exponatentisch liegt, heute durch leichte, viel funktionellere Modelle ­– zum Beispiel aus Carbon – ersetzt werden kann.  Und auch das Geheimnis der tintenartigen Flüssigkeit  lüftet sie: Es sind Nanopartikel aus Eisenoxid, die zur Behandlung von Hirntumoren eingesetzt werden.