Anfang/Mitte Juni werden die Geislinger Gemeinderäte zwei Wochen lang die Akten der Stadtverwaltung zur Generalsanierung des Michelberg-Gymnasiums einsehen können. SPD-­Stadtrat Sascha Binder hatte dies bereits im April in nichtöffentlicher Sitzung beantragt. Oberbürgermeister Frank Dehmer bestätigte den Vorgang am Freitag auf Nachfrage der GEISLINGER ZEITUNG und erläuterte das Prozedere: Die Unterlagen werden in Räumen der Stadtverwaltung bereitgestellt, wo sie nach Anmeldung von maximal zwei Räten gleichzeitig angeschaut werden können. Notizen sind erlaubt, Kopien und Fotos nicht.

Fragenkatalog an Stadtverwaltung

Sascha Binder erhofft sich weitere Aufklärung darüber, wie es zu den massiven Mängeln an der frisch sanierten Schule kommen konnte. Seine Fraktion hatte bereits 2018 – nach Bekanntwerden der Einsturzgefahr im naturwissenschaftlichen Bereich – einen Fragenkatalog an die Stadtverwaltung gestellt. Dieser sei zwar beantwortet worden, erklärt Binder, „aber wir wollen mehr wissen als das, was darin beantwortet wurde“. OB Dehmer sagte dazu am Freitag, die Verwaltung habe den Räten „umfangreich und abschließend“ geantwortet; wer aber der Ansicht sei, er könne in den Unterlagen noch Antworten finden, könne dies gerne machen. Dehmer: „Ich denke nicht, dass wir etwas zu verbergen haben.“ Die Aktenordner, eine zweistellige Zahl, würden uneingeschränkt zur Verfügung gestellt, sagte er.

Der Öffentlichkeit bleiben die Antworten zum SPD-Fragenkatalog ebenso wie die bisherigen Ergebnisse der Mängel-Untersuchung noch verschlossen – der OB begründet dies mit den schwebenden Klageverfahren der Stadt, die man nicht gefährden wolle. Dies habe nichts mit mangelnder Transparenz zu tun, „da handle ich im Interesse der Stadt“.

Erste Schadensersatzklage: rund 400.000 Euro

Auf Nachfrage teilte der OB aber mit, dass die Verwaltung vor einigen Wochen auf Anraten des Anwalts in einem Teilbereich Schadensersatzklage in Höhe von rund 400 000 Euro gestellt hat. Es gehe um jetzt schon bezifferbare Schäden wegen der Räumung des gesperrten Gebäudetrakts sowie der Anmietung und Einrichtung der Container-Klassenzimmer. Wie lange es bis zu einem Urteil dauern wird, wisse er nicht. Weitere Klagen würden derzeit vorbereitet. Die Räte sollen noch im Frühjahr, also bis Ende Juni, über den Gesamtzustand der Schule informiert werden – aktuell würden noch die Fassadenelemente untersucht –; an die Öffentlichkeit werde man hoffentlich im Sommer gehen können, so Dehmer.

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