Oberbürgermeister Frank Dehmer reagiert mit seiner neun ­Seiten umfassenden Stellungnahme auf die von Stadträten geäußerten Vorwürfe zum Michelberg-Gymnasium in der öffentlichen Gemeinderatssitzung. Dabei war es um die Aufarbeitung der Vergabe der Generalsanierung an Architekt Horst Höfler gegangen. Das Schreiben ist seit Samstag auf der Homepage der Stadt – www.geislingen.de – nachzulesen.

Dehmer erklärt einleitend, er wolle versuchen, „verschiedene Dinge klarzustellen, über die aus meiner Sicht in der Presse in den letzten Tagen teilweise nur reduziert oder stark einseitig und nicht neutral beziehungsweise objektiv berichtet wurde“. Damit sei ein „zumindest nicht ganz korrektes Bild der Faktenlage“ wiedergegeben worden. Allerdings, so schreibt er im Folgenden, sei es „nicht möglich, die komplexen Vorgänge bei einem derart großen Projekt wie der MiGy-Sanierung so zu transportieren und zu kommunizieren, dass am Ende jemand, der diese Vorgänge nicht umfassend kennt, sie trotzdem immer noch auch nur annähernd nachvollziehen kann“.

Das Problem sei, dass „bruchstückhaftes Wissen und vermeintlich vollständige Darstellungen zu Sachverhalten“ bei der Bevölkerung zu „vermeintlich klaren Meinungen“ führten, die auf einem „lückenhaften und unausgewogenen Wissen“ basierten.

OB Frank Dehmer: „Stadtverwaltung in schlechtem Licht“

Die Verwaltung werde momentan in ein sehr schlechtes Licht gerückt, beklagt Dehmer. Dort säßen „aus der Sicht Verschiedener die Hauptschuldigen“.

Der OB befasst sich unter anderem mit dem Urheberrecht und dem anonymen Brief, dem Baubeschluss vom Juli 2014 sowie möglichen Fehlern der Verwaltung während der Bauzeit. Dehmer: „Ich möchte keinesfalls die Verwaltung hier völlig von Schuld oder Verantwortung freisprechen. Auch auf Verwaltungsseite wurden sicher Fehler gemacht und Dinge falsch eingeschätzt, keine Frage.“ Und: Niemand sei frei von Fehlern, das gelte natürlich auch für die Geislinger Verwaltung. „Und wenn ich Fehler feststelle, dann werde ich auch dazu stehen und diese mit den betroffenen Mitarbeitern entsprechend aufarbeiten.“

Dehmer zu Treffen mit ehemaligen OB Wolfgang Amann bereit

Dehmer erklärt sich zu einem Treffen mit Vorgänger Wolfgang Amann bereit. Im Beisein von Vertretern der Fraktionen könne man sich die Unterlagen gemeinsam anschauen. Die GZ könne, wie Amann vorgeschlagen hatte, nicht teilnehmen, weil es um nichtöffentliche Sitzungen gehe und der Datenschutz eine Rolle spiele.