Die charakterliche Vielfalt der Menschen in all ihrer Emotionalität darstellen. Das wollte das Weihnachtsmusical „Mensch”, für das sich am Wochenende in der Jahnhalle gleich drei Mal der Vorhang öffnete. Als Benefizveranstaltung zugunsten des Fördervereins für die Gesellschaft für Mukopolysaccharidosen in Kuchen brachte man das vor 15 Jahren schon einmal aufgeführte Stück neu dar. Viele der damaligen Darsteller standen nun wieder mit auf der Bühne.

Vereinsvorsitzender Armin Schelian hatte eine lange Liste vorzutragen mit all den Sponsoren und Namen, die sich für die Umsetzung der Veranstaltung ins Zeug gelegt hatten. „Ohne diese ganzen Hilfen wäre das nicht so professionell geworden”, freute sich auch Andreas Störzer, der Komponist, Songwriter und Dirigent des Stückes, das in moderner Form die klassische christliche Weihnachtsgeschichte zum Vorbild hat. „Ich habe es ein bisschen mehr in die heutige Zeit geholt und ein paar neue Lieder hinzugefügt“, sagt der 40-Jährige, der damals „einfach mal“ ein Musical schreiben wollte.

Zusammen mit den Helfern und den zwei Chören Cäcilia Eybach und der Chorwerkstatt Teck gestalteten rund 200 Menschen die zwei Abende und die Matinee am Sonntagvormittag. Die Handlung ist recht schnell erzählt: Der Kaiser (gespielt von Dario Zeitler) ordnet eine Volkszählung an, was dem impulsiven Lukas (Matthias Drößler) gehörig gegen den Strich geht. Zumal er mit Frau Sarah (Manuela Euringer) einen kranken Sohn hat, dessen Medikamente sich das Paar nicht leisten kann. Sarahs Schwester Maria (Sabrina Schofer) hat auch so ihre Sorgen mit Ehemann Josef (Holger Chromik), der nicht versteht, wie seine Gattin ohne sein Zutun schwanger werden konnte.

Im Gasthaus von Ira und Achim Olfers kommen alle zusammen und sammeln Geld, mit dem sich ein Bote (Bernd Anton) auf den Weg zum Kaiser macht, um das rettende Medikament für Lukas’ Sohn aufzutreiben. Der Kaiser willigt schließlich ein und ist beeindruckt, dass der Bote, trotz Armut, glücklicher zu sein scheint als er selbst mit seinem vielen Geld. Und am Ende hängen auch die ehelichen Haussegen wieder gerade.

Besonders der Kinderchor hatte es dem Publikum angetan. Mit kleinen Taschenlampen sangen sie fast ganz allein  „Seht ihr die Sterne. Wenn die Nacht kommt, sind wir nicht allein”.  Das Kreativteam gestaltete ein knapp zweistündiges Programm mit Liveband, schnellen Wechseln und ganz viel Gefühl, das am Ende sogar aus dem Publikum bis auf die Bühne hochschwappte. „Wir mussten nach der dritten Vorstellung gerade alle etwas weinen, weil wir so ergriffen waren und jetzt ziemlich erschöpft sind”, erzählt Maria-Darstellerin Sabrina Schofer, die fasziniert ist, dass das zusammengewürfelte Team so gut zusammengearbeitet hat. Für alle geht nun ein Jahr Vorbereitung und Proben zu Ende.

Im Publikum saß auch eine Darstellerin aus der vorherigen Fassung, Anke Stegmeyer. „Meine beiden Söhne haben damals auch mitgesungen. Da war das für mich natürlich noch emotionaler. Aber auch heute hat es mir sehr gut gefallen”, sagt sie.

Susanne Brucker-Ittner aus Geislingen ist beeindruckt vom Herzblut der Laiendarsteller und Bernd Schweizer ist extra aus Frickenhausen bei Nürtingen gekommen, um seinen Bekannten auf der Bühne zu sehen.

Besonders viel Applaus bekam am Ende noch der kleine Samuel, der sein Sparschwein für den Förderverein geschlachtet hatte.

 Es war „halt oifach schee“ wie Franz-Uwe Jedele aus Amstetten findet. Und Andreas Störzer? Der Komponist und Chorleiter macht jetzt erst mal Urlaub.