Geislingen Mehr Sicherheit auf dem Rad

An unterschiedlichen Stationen testen die Mädchen und Jungen ihr Können, um dadurch sicherer auf dem Fahrrad zu werden.
An unterschiedlichen Stationen testen die Mädchen und Jungen ihr Können, um dadurch sicherer auf dem Fahrrad zu werden. © Foto: Markus Sontheimer
Geislingen / Angelina Neuwirth 01.10.2018
Bei einem Aktionstag an der Lindenschule in Geislingen lernen die Schüler spielerisch, wie sie ihre Fähigkeiten beim Radeln verbessern können.

Den Schülern gefällt diese Abwechslung vom Unterricht sichtlich. Manche lassen sich gar nicht bremsen, und statt von der einen zur anderen Station ihr Rad zu schieben, schießen sie es quer über den gesamten Schulhof. „Das größte Defizit beim Radfahren herrscht bei Grundschulkindern“, sagt Karl-Heinz Nagl. Der Vizepräsident der Abteilung Breitensport beim Württembergischen Radsportverband richtete einen Aktionstag an der Lindenschule in Geislingen aus.

Auf dem Schulhof waren 13 Stationen aufgebaut, an denen die Schüler der zweiten bis sechsten Klasse ihre Fähigkeiten beim Radfahren verbessern konnten. Dabei lag der Fokus darauf, den Kindern die gegenseitige Rücksichtnahme ins Bewusstsein zu rufen sowie die Koordination und Motorik zu schulen. Sie mussten während des Radfahrens Bälle aus Körben nehmen und sie ohne anzuhalten auch wieder dort ablegen, bei einer Geländestation über Hölzer fahren und beim Slalomfahren allein durch das Verlagern ihres Gewichts an den Hütchen vorbeifahren. Auch das sichere Überholen, Auf- und Absteigen, Abbiegen mit Schulterblick und Handzeichen übten die Kinder.

Damit der Spaß dabei nicht zu kurz kam, durften die Kinder an einer Station „kreatives Radfahren“ ausprobieren, wie Karl-Heinz Nagl es nannte: „Dabei fahren sie zu zweit, wie es ihnen gefällt, unter Rücksichtnahme der anderen natürlich“, sagt der Vizepräsident des Württembergischen Radsportvereins.

Ab und zu überschätzt sich eines der Kinder, und das Rad kippt um, aber wehgetan hat sich letzten Endes niemand – alle hatten ihren Spaß. „Ich fahre zwar oft Fahrrad, aber ich mag es nicht so gerne. Der Tag hat aber trotzdem Spaß gemacht“, erzählt die elfjährige Cesarina aus Geislingen. Auch die neunjährige Shayen hatte ihren Spaß: „Am besten gefallen hat mir das Slalomfahren, und ich kann jetzt schon ein bisschen sicherer fahren“, meint die Drittklässlerin. Ihre Klassenkameradin, die achtjährige Lorena, fährt lieber mit dem Roller als auf dem Fahrrad, findet aber Gefallen am Aktionstag und kann aber ganz genau sagen, welche Station sie am besten fand: „Dort wo es Gummibärchen und Apfel gab!“, sagt sie überzeugt. Das war am Stand der AOK Neckar-Fils, wo es um Energie und Energieumwandlung ging. „Die Kinder sollen merken, wie lange sie Fahrrad fahren müssen, um drei Gummibärchen oder ein Stück Gurke zu verbrennen“, erklärt Ernährungsberaterin Indra Pietsch, die mit Praktikantin Janina Link den Kindern erklärt, wie wichtig Essen für die Energiebeschaffung ist.

Von dem Aktionstag ist Schulleiter Christof Straub längst überzeugt, weshalb er schon zum zweiten Mal an der Lindenschule stattgefunden hat. „Es ist ein wichtiges Training, das zum einen Spaß macht und zum anderen die Geschicklichkeit schult“, meint der Rektor.

„Für viele Sportarten gibt es einen Trainer, der Kindern hilft, alles richtig zu machen“, ergänzt Karl-Heinz Nagl. Dabei würden die Eltern eine große Rolle spielen: „Je nachdem wie Eltern zum Radfahren stehen, lernen die Kinder es oder nicht. Deshalb betreuen einige Eltern die Stationen beim Rad-Aktionstag, damit diese mit eigenen Augen sehen, ob und wie sicher ihre Kinder auf dem Rad sind.“ Das kommt gut an, bestätigt Mutter Elke Lense aus Geislingen: „Bei meinem Sohn habe ich festgestellt, dass er recht chaotisch fährt. Deshalb bin ich froh, dass es eine Aktion wie diesen Tag gibt“, sagt sie. Auch Anja Polscher befürwortet die Aktion: Es sei eine ganz tolle Abwechslung für die Kinder „und eine Herausforderung, zu sehen, was sie auf dem Fahrrad leisten können und was nicht“.

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