Geislingen Markus Dehnert: "Man kann trotz Rolli aktiv sein"

Markus Dehnert: "Mit dem Skatepark können wir Berührungsängste abbauen."
Markus Dehnert: "Mit dem Skatepark können wir Berührungsängste abbauen." © Foto: Stefan Hinkelmann
KAT 22.06.2013
Markus Dehnert, 28 Jahre, aus Gingen. Er sitzt wegen eines offenen Rückens seit seiner Geburt im Rollstuhl. Bei den Workshops zeigt der Mitarbeiter des Kreisjugendrings den Rolli-Fahrern Tricks.

Du engagierst dich für den Geislinger Skatepark. Wieso?

MARKUS DEHNERT: Mir macht es großen Spaß, hier mitzuhelfen und zu organisieren. Und ich glaube, dass wir mit unseren Workshops anderen Behinderten die Angst vor dem Rollifahren nehmen können. Ich will zeigen, dass man trotz des Rollstuhls sportlich aktiv sein kann und dass so eine Skatebahn kein Tabu für Rollstuhlfahrer sein muss.

Was erhoffst du dir von der inklusiven Anlage?

MARKUS: Ich verspreche mir davon, dass die Kommunikation zwischen Behinderten und Nichtbehinderten besser wird. Bei den Nichtbehinderten gibt es oft noch viel Unwissenheit, die zu Unsicherheit führt. Mir ist wichtig, dass sie sehen, was im Rollstuhl alles möglich ist. Ich glaube, dass dadurch Berührungsängste abgebaut werden können. Der Park erfüllt seinen Zweck: Hier lernen sich unterschiedliche Leute kennen und kommen miteinander ins Gespräch.

Wie bist du zum Skaten gekommen?

MARKUS: Ich habe die alte Anlage als damaliges Vorstandsmitglied des Stadtjugendrings schon miterlebt, sie aber nur wenig selbst genutzt. Weil ich sportlich aktiv sein wollte, habe ich die Bahn irgendwann ausprobiert, um mal zu sehen, was möglich ist. Deshalb fand ich es besonders schön, als man mir erzählt hat, dass die Anlage umgebaut werden soll. Viel habe ich mir selbst beigebracht. Der Sport macht mir einfach Spaß: Man ist draußen, trifft immer wieder Leute und es ist gut für die Fitness.

Was sagen andere dazu, dass du mit dem Rolli skatest?

MARKUS: Die meisten äußern sich eigentlich sehr positiv. Viele sind überrascht, dass so was geht und dass es Leute gibt, die sich das "trauen". Ich antworte dann meist, dass das halt Übungssache ist.