Umfrage Umfrage: Mangelt es in der Gesellschaft an Respekt vor der Polizei?

Leonie Konrad 14.10.2016

Jennifer Stäb (22),

Auszubildende

aus Kuchen

„Definitiv mangelt es bei manchen Menschen in letzter Zeit an Respekt gegenüber unseren Polizisten. Das gilt aber nicht für alle Personengruppen. Betroffen ist hier meiner Meinung nach vor allem die jugendliche Generation. Die Erziehung spielt dabei eine wichtige Rolle. Wer gut erzogen wird, hat auch Respekt vor Polizeibeamten. Wenn ich im Alltag einem Polizisten begegne, erzeugt das in mir automatisch ein Gefühl von Respekt vor dem Betreffenden, vor dessen Autorität. Leider merkt man, dass es Jugendliche heutzutage nicht selten an einer guten Erziehung mangelt. Diesen Menschen fehlt es aber nicht nur an Respekt gegenüber der Polizei, sondern generell gegenüber Erwachsenen.“

Verena Schmid (21),

Studentin

aus Aufhausen

„Ich finde, diese Frage ist nicht einfach zu beantworten. Zwar ist auf der einen Seite gerade in Großstädten der Respekt der Jugendliche vor Erwachsenen – und somit auch vor Polizisten – gesunken. Auf der anderen Seite wird in Zeiten von IS-Terror die Rolle der Polizei immer wichtiger. Am Stuttgarter Hauptbahnhof beispielsweise ist zu jeder Uhrzeit eine Polizeistaffel präsent und vermittelt Sicherheit. Dort werden die Beamten auch dementsprechend mit Re­spekt behandelt. Gerade wenn ich als Frau abends alleine unterwegs bin, fühle ich mich in diesen unruhigen Zeiten so sicherer. Solche Dinge sollten sich Menschen, die Polizisten angreifen, ins Gedächtnis rufen, bevor sie zuschlagen.“

Gundula Wilneder (47),

kaufmännische Angestellte

aus Geislingen

„Leider muss ich dem zustimmen: Es mangelt an Respekt. Zwar gab es früher auch schon ab und an solche Fehlverhalten gegenüber der Polizei, aber eben noch lange nicht in dem Ausmaß von heute. Da ist die Hemmschwelle einfach gesunken. Ich bin der Meinung, dass diese Entwicklung etwas mit der Erziehung zu tun hat. Das fängt ja schon im Kindergarten an: Früher hat man mit den Kindern gebastelt – heute beobachtet man sie beim freien Spiel. Es herrschte damals einfach ein strengerer Erziehungsstil. Klar sind Freiräume und Freiheiten sehr wichtig für Kinder, aber das Ganze braucht eben auch seine Grenzen. Ansonsten sieht man ja, was dabei herauskommen kann.“

Hans-Peter Staudenmaier (67),

Renter

aus Geislingen

„Defintiv fehlt es dem ein oder anderem an Respekt vor der Polizei. Schuld daran ist, so denke ich, die deutsche Gesetzgebung. Diese lässt es nicht zu, dass sich unsere Ordnungshüter im Fall der Fälle ausreichend wehren können. Genau dieser Punkt ist in meinen Augen das Hauptproblem bei dieser Entwicklung. Die Polizei bräuchte einfach mehr Möglichkeiten und Mittel, um sich zur Wehr zu setzen, wenn sie attackiert wird. Vorfälle wie die Angriffe auf Polizisten am Samstag in Altenstadt bestätigen meine Meinung. Das hat wieder einmal gezeigt, dass die Polizeibeamten für unsere heutigen Verhältnisse zu sehr eingeschränkt sind. Das muss sich meiner Meinung nach unbedingt ändern.“

Margaretha Schweizer (79),

Rentnerin

aus Aufhausen

„Unsere Polizei braucht mehr Schutz. Menschen, die unsere Polizisten verletzen und angreifen, sollten nicht so milde bestraft werden. Diese Täter müssen vom Gericht streng verurteilt werden und nicht so einfach davonkommen. Ich glaube, dafür existiert sogar ein Gesetz zum Schutz der Polizeibeamten, das aber nicht ausreichend umgesetzt wird. Die Ursachen für die zunehmende Respektlosigkeit gegenüber der Polizei hat viele Gründe. Dabei kommt vieles zusammen. Beispielsweise Arbeitslosigkeit oder der Flüchtlingshass mancher Leute. Daraus entstehen Hass und Wut – den eben auch unsere Ordnungshüter zu spüren bekommen.“
Text/Fotos: Franziska Konrad

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