Döner Manches verliert nie seinen Glanz: "Der Gerät" noch immer beliebt

Salih Gür steht vor seinem Döner-Roboter. "Der Gerät" hat dem Besitzer des Dönerladens Pamukkale in Geislingen sogar TV-Auftritte verschafft.
Salih Gür steht vor seinem Döner-Roboter. "Der Gerät" hat dem Besitzer des Dönerladens Pamukkale in Geislingen sogar TV-Auftritte verschafft. © Foto: Claudia Burst
Geislingen / CLAUDIA BURST 19.05.2016
"Der Gerät" war der Hit! Die berühmte Maschine zum Schneiden von Dönerfleisch machte den Geislinger Salih Gür bekannt. Noch heute kommen immer wieder Fans, um sich mit "der Gerät" fotografieren zu lassen.

Salih Gür unterhält sich mit zwei wartenden Kunden, schneidet Fladenbrote für sie zurecht und bäckt sie auf. Im Hintergrund surrt seine vollautomatische Dönerschneidemaschine über das aufgespießte Putenfleisch am Grill und raspelt hauchdünne Scheiben davon ab. Diese Maschine schaffte es vor vier Jahren dank Stefan Raab als „der Gerät“ zur nationalen Berühmtheit, samt ihrem Erfinder Duran Kabakyer.

Weil der Geislinger Dönerladen-Besitzer Salih Gür im selben türkischen Dorf wie Kabakyer aufgewachsen ist, gehörte er mit zu den Ersten, die der Neu-Aalener Kabakyer aufsuchte, um ihm seine Erfindung vorzustellen. „Der Gerät wird nie müde, der Gerät schläft nie ein, der Gerät ist immer vor der Chef im Geschäft, ,der Gerät’ schneidet das Dönerfleisch schweißfrei“ – mit dieser in charmantem deutsch-türkisch gehaltenen Lobeshymne überzeugte Duran Kabakyer erst den Geislinger und kurze Zeit später auch die Zuschauer von „TV Total“, der Fernsehshow von Raab. „Wir hatten damals gerade das Pamukkale gemietet, neu renoviert und bei Duran zwei der Maschinen bestellt, als sein Auftritt bei Stefan Raab einen richtigen Hype auslöste“, erzählt Salih Gür.

In Baden-Württemberg die Ersten!

Er erinnert sich noch gut an die Aufregung vor über vier Jahren: Sogar das ZDF zeigte Interesse, wollte über „der Gerät“ berichten, und Duran Kabakyer entschied sich für die Döner-Roboter im Geislinger Pamukkale als Demonstrationsobjekte. Gür: „Wir waren in Baden-Württemberg die Ersten, die seine Erfindung gekauft hatten.“

Die Fernsehleute tauchten mitten während des Mittags-Geschäfts mit Kameras, Mikrofonen und Scheinwerfern im Pamukkale auf. Dort sei zu dem Zeitpunkt gerade die Hölle los gewesen, entsinnt sich der 40-Jährige: „Sie haben mir das Mikro vor die Nase gehalten, ich weiß gar nicht, was ich alles gesagt habe. Aber es war gut.“

Was Salih Gür damals gesagt hat, ist heute nicht mehr wichtig. Aber dass sich diese Gratis-Werbung bis heute für ihn auszahlt, schon. „Immer wieder kommen Leute und wollen wissen, ob das ,der Gerät’ ist“, erzählt er. „Sie machen Fotos und stellen sie auf Facebook.“

Döner-Roboter sind kleiner geworden

Salih Gür hat immer noch die beiden Original-Geräte, wobei eins davon momentan beim Überholen ist. „Es wird auch verbessert, so kommt beispielsweise ein Hitzeschild an das Grillteil, wie es die anderen Dönerspieß-Grills auch haben.“ Zu Beginn seien einige Babykrankheiten aufgetreten, die der Erfinder inzwischen jedoch ausgemerzt habe. „Heute sind die Döner-Roboter kleiner und leiser als das Ur-Gerät.“

Für den Geislinger hat sich die Investition in die Maschinen von Duran Kabakyer gelohnt. „Ich schwätze mit den Kunden, und ,der Gerät’ bereitet nebenher zwei Döner für mich zu. Ist doch gut“, sagt der Mann mit der akkuraten Kurzhaarfrisur und dem schwarzen Vollbart.

Salih Gür war 17, als er aus der Türkei nach Geislingen kam. Es folgten Sprachkurs, Berufsvorbereitungsjahr und viele Jahre als Maschinenarbeiter bei der Firma Grüner im Täle. „Ein eigener Dönerladen war immer unser Ziel“, sagt er und bezieht mit „unser“ seinen Bruder Kavas ein, der im Pamukkale mitarbeitet. Heute ist die Fünftälerstadt Salih Gürs Heimat. „Ich bin zwar stolz, Türke zu sein. Aber in letzter Zeit, wenn ich die politische Entwicklung in der Türkei beobachte, fühle ich mich doch richtig deutsch“, sinniert er und schlürft seinen schwarzen Tee. Integration hält Gür für wichtig, deshalb engagiert er sich unter anderem im Integrationsrat der Stadt Geislingen. Außerdem reist er gern. „Das erweitert den Horizont“, sagt er und schwärmt von Venedig. Aber jetzt muss er erst mal wieder hinter die Verkaufstheke – ganz allein kann er seinen Bruder und „der Gerät“ dann doch nicht lassen. Zumindest nicht in der hektischen Mittagszeit.

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