Gastkommentar Peter Saile, Geschäftsführer der IHK-Göppingen zur Problematik der Lehrstellenabbrecher im Kreis Göppingen Lediglich 14,1 Prozent

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Muss ausgefüllt werden. © Foto: IHK
Kreis Göppingen / Peter Saile 14.04.2018

Nach unserer IHK-Statistik sind zum Jahresende 2399 Ausbildungsverträge registriert. Davon 743 Neuabschlüsse. 186 Verträge wurden im Jahr 2017 gelöst, davon 105 im ersten Lehrjahr. Das entspricht einer Quote von 14,1 Prozent.

 Die Bandbreite der Motive für eine Vertragsauflösung ist groß. Das können falsche Vorstellungen über den gewählten Beruf sein, nicht erwartete Arbeitszeiten, wie etwa in der Gastronomie, harte körperliche Arbeit, oder aber eigene gesundheitliche Einschränkungen. Einen Zusammenhang zwischen der Höhe der Ausbildungsvergütung und der Abbruchquote sehen wir nicht.

Bei Konflikten im Unternehmen unterstützt die IHK mit Gesprächen und Mediationsangeboten. Und wenn das nicht weiterhilft, suchen wir mit dem Jugendlichen einen neuen Ausbildungsbetrieb. Über ein Drittel der Auszubildenden hat inzwischen eine Hochschulberechtigung. Viele Vertragsauflösungen vor Aufnahme der Ausbildung sind darauf zurückzuführen, dass sich Auszubildende für die Aufnahme eines Studiums oder für einen anderen Beruf beziehungsweise Betrieb umentscheiden. Nicht jede Vertragslösung ist also ein Unglück. Als IHK setzen wir auf eine bessere Berufsorientierung, um Ausbildungsabbrüche zu vermeiden. Gemeinsam mit den Partnern des staatlichen Schulamts und den allgemeinbildenden Schulen, den Ausbildungsbetrieben, der Berufsberatung der Agentur für Arbeit und der Fachkräfteallianz gestalten wir den Übergang von der Schule in den Beruf. Dazu zählen ein Netz von Ausbildungsmessen im Kreis und der Einsatz von Auszubildenden als Ausbildungsbotschafter an den Schulen sowie die vielen Praktika, die zum Beispiel im Rahmen der über 200 Bildungspartnerschaften zwischen Unternehmen und allen allgemeinbildenden Schulen im Landkreis stattfinden.

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