Haus der Familie Kunstworkshop für Kinder im Haus der Familie

Konzentriert und voller Elan modellieren die Kinder Engel und andere kleine Kunstwerke beim Workshop mit Rodica Enck-Radana im Haus der Familie. Die Künstlerin aus Luizhausen versteht es, ihre Leidenschaft an die Mädchen und Jungen weiterzugeben.
Konzentriert und voller Elan modellieren die Kinder Engel und andere kleine Kunstwerke beim Workshop mit Rodica Enck-Radana im Haus der Familie. Die Künstlerin aus Luizhausen versteht es, ihre Leidenschaft an die Mädchen und Jungen weiterzugeben. © Foto: Claudia Burst
Geislingen / Claudia Burst 07.12.2018
Die Künstlerin Rodica Enck-Radana bringt Kindern in einem Workshop die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten der Kunst näher.

Vier Mädchen und ein Junge zwischen vier und sieben Jahren sitzen um den Tisch im Kunstraum im Geislinger Haus der Familie. Sie haben ihre Zungenspitzen zwischen die Lippen geklemmt und kneten hochkonzentriert an spezieller Modelliermasse. Ein Engel soll das werden, ein Weihnachtsengel. „Ihr müsst euch das vorstellen wie eine Kerze mit Flügeln“, sagt die Luizhausener Künstlerin Rodica Enck-Radana. Mit dieser Schilderung und zeichnerischen Vorlagen fällt es den kleinen Künstlern nicht schwer, sich vorzustellen, wie sie vorgehen sollen. Eineinhalb Stunden haben sie Zeit.

Es ist bereits der vierte Teil des Kinder-Kunstworkshops mit Enck-Radana. „Wir haben in den vergangenen Kurstagen einen Paradiesvogel modelliert und eine Libelle aus Draht und Papier“, erzählt die Kursleiterin. „Und eine Unterwasserwelt. Die war toll“, ergänzt Teilnehmerin Emma.

Heute ist also ein Engel dran. Noch hat er keine Flügel und auch kein Kleid. „Das Kleid formt ihr wie eine Glocke, als Flügel macht ihr ein Herz“, schildert Enck-Radana und knetet den Kindern vor, was sie damit meint. Nicht alle kriegen das auf Anhieb hin. Kritik ist von Enck-Radana aber nie zu hören, sie findet an jeder Figur etwas Positives, das sie hervorhebt. „Dein Engel ist wirklich stabil, der geht nicht so schnell kaputt“, sagt sie beim einen und „wie aufrecht der steht, ganz prima, Ella“ beim nächsten. Wo etwas verändert werden muss, etwa, damit der Engel später nicht kippt oder zerbricht, fügt sie unauffällig etwas Masse hinzu und sagt: „Wir machen mehr Rücken, schau mal!“

Als nächstes arbeiten die Kinder mit dem geeigneten Holzwerkzeug das Gesicht ein. „Ihr müsst mit Liebe arbeiten. Dann lächelt der Engel“, erklärt die Künstlerin.

Enck-Radana präsentiert ihren kleinen Schülern eine Dose in Muschelform. „Schaut mal, was ich habe. Eine Schatztruhe voller Glitzersterne und Glitzersteine. Damit dürft ihr eure Engel verzieren.“ Die Kinder sind begeistert, schmücken Haare, die Stirn und die Vorderseite ihrer Figuren. Dann dürfen sie mit Farben ran. Die Haare, da sind sich alle einig, sollen blond sein. „Ich will blau und pink für das Kleid“, ruft Emma laut und Luisa wünscht sich einen gestreiften Engel.

Auch wenn alle fünf Kinder gleichzeitig reden oder etwas von ihr wollen, bleibt die Kursleiterin gelassen und ruhig. Sie arbeitet gerne mit Kindern, auch in ihrer Kunstschule in Luizhausen – „weil ich Kinder liebe und will, dass sie an Kunst Freude haben“, sagt sie.

„Kunst ist eine Sprache“

Enck-Radana hat Kunst studiert und sich als Restauratorin genauso einen Namen gemacht wie als Wandgestalterin in Privathäusern oder in den Erlebnishotels im Europapark in Rust. „Kunst ist eine Sprache“, davon ist sie überzeugt. „Kunst ermöglicht Freiheit, die Freiheit zu geben und zu nehmen. Kunst befreit von Ängsten, von Krankheit und von Trauer. Und Kunst ist eine Möglichkeit, Kritik auszuüben – subtil oder deutlich“, schildert sie den Grund für ihre Begeisterung. Und damit auch den Grund dafür, warum sie diese Begeisterung schon an Kinder weitergibt.

Die Kinder haben ihre Engel inzwischen angemalt, die silbernen Glitzerflügel angebracht, die Figuren sogar mit Armen und Händen ergänzt. Helen hat einen kleinen Baby-Engel gestaltet. „Das hast du wunderschön gemacht, Helen“, lobt die Dozentin.

Da noch ein bisschen Zeit ist, schlägt Enck-Radana den Kindern vor, noch eine Schatztruhe oder ein Gefäß zu basteln, „weil der Engel doch etwas Schönes mitbringt“. Sie muss das nicht zweimal sagen. Sofort machen sich die kleinen Künstler daran, den Vorschlag umzusetzen: „Natürlich in Glitzergold und mit kleinen Schätzen“, sagt Nils – er weiß schon genau, was er will.

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