Geislingen Zuständige Statiker planten falsch

Blick auf die neue Außenfassade des MiGy; im Bildvordergrund der einsturzgefährdete Gebäudeteil mit dem Absorber-Kollektoren-Doppeldach.
Blick auf die neue Außenfassade des MiGy; im Bildvordergrund der einsturzgefährdete Gebäudeteil mit dem Absorber-Kollektoren-Doppeldach. © Foto: Markus Sontheimer (Archiv)
Geislingen / Kathrin Bulling 05.09.2018
Vertreter der Geislinger Stadtverwaltung und des Gemeinderats haben noch am Mittwochabend nach der nichtöffentlichen Sitzung des Rats zur Einsturzgefahr im Michelberg-Gymnasium Stellung genommen.

Statische Fehlberechnungen sind laut Oberbürgermeister Frank Dehmer der Grund dafür, dass der Gebäudeteil des MiGy, in dem sich die Räume für Naturwissenschaften und Bildende Kunst befinden, akut einsturzgefährdet ist und nicht mehr betreten werden darf (die GZ berichtete).

Das beauftragte Ingenieurbüro habe die Temperaturschwankungen im Absorber-Kollektoren-Doppeldach (AKD) nicht ausreichend berücksichtigt, so Dehmer. Infolge der hohen Temperaturen im AKD seien Zwangskräfte in der Konstruktion entstanden, die zur Instabilität des betroffenen Bereichs führten.

Dem externen Prüfstatiker, der die Arbeit des Statikers im Anschluss begutachtete (eine übliche Vorgehensweise bei solchen Projekten), sei dies nicht aufgefallen. Wie es geschehen konnte, dass ein zweistufiges Prüfsystem versagte, müsse nun aufgearbeitet werden, sagte der OB.

Sanierungsbeginn wohl nicht vor Sommer 2019

Neu hinzugezogene Fachleute errechnen nun, was teurer ist: eine Sanierung oder der Abriss des Gebäudeteils. Mit dem Start der Bauarbeiten – in welcher Form auch immer – rechnet Dehmer aufgrund des großen Planungsvorlaufs nicht vor den Sommerferien 2019. Über Zeitdauer und Kosten könne man derzeit noch nichts sagen.

Die Container, in denen ein Teil des Unterrichts stattfinden muss, sollen am 22. Oktober geliefert werden. Es sei immerhin gelungen, durch das Einziehen von Wänden einen Teil der Fachräume nutzbar zu machen, erklärte der OB. „Das ist ein kleines Trostpflaster.“

Er betonte außerdem: „Wir sind natürlich nicht glücklich mit der Situation an sich. Aber das Wichtigste ist, dass nichts passiert ist – weil das durchaus hätte sein können. Deswegen sind wir auch froh, dass wir das Problem noch rechtzeitig erkannt haben.“

Wie die Gemeinderatsfraktionen reagierten, wie die Chancen der Stadtverwaltung auf Entschädigung stehen und mehr zur Ursachenforschung lesen Sie in der Freitagsausgabe der GEISLINGER ZEITUNG (7. September).

In unserem Dossier schildern wir den Verlauf der Sanierung des MiGy: von der ambitionierten Planung bis zum Drama.

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