Kreis Göppingen Kreis-SPD im Bürgerdialog

Kreis Göppingen / SWP 29.11.2012
Die SPD im Kreis Göppingen tritt in einen Bürgerdialog. Sie fragte nun Vertreter von Sozialorganisationen, wo es an der sozialen Gerechtigkeit krankt.

Was sollte eine neue Bundesregierung anpacken? Dieser Frage ging die SPD bei ihrem Bürgerdialog mit Interessierten, Fachleuten und Betroffenen auf den Grund. Martin Bauch zitierte als Moderator das SPD-Grundsatzprogramm: "Der vorsorgende Sozialstaat soll gleiche Chancen und selbstbestimmtes Leben eröffnen, gerechte Teilhabe gewährleisten und die großen Lebensrisiken absichern. Solche Zielsetzung ist mit der Wirklichkeit zu messen."

Als Impulsgeber für den Bereich Alter und Pflege forderte Georg Kolb, Leiter des katholischen Verwaltungszentrums, eine Entbürokratisierung in der Pflege. Eine Aufsicht über den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) und eine Veränderung beim Bundesausschuss, in dem Leistungserbringer wie etwa Sozialstationen bisher nicht vertreten sind, sind Kolbs zentrale Anliegen.

Für Behinderte forderten Hans Brodbeck und Ruth Nirschl-Weber von der Lebenshilfe eine dringende Klärung des Pflegebegriffes für psychisch und seelisch Kranke. Behinderung bedeute oft Armut. Die geforderte Selbstbeteiligung an Teilhabe verhindere eher gerechte Teilhabe als sie zu ermöglichen.

Klaus Schäffer vom Kreisverein für Behinderte, einer ehrenamtlichen Selbsthilfeorganisation, sieht dies genauso als zentrale Forderung seiner Mitglieder. Eine Hilfe für die ehrenamtliche Arbeit des Kreisvereins wäre die Möglichkeit zur Schaffung von FSJ- oder Bufdi-Stellen bei Vereinen ohne hauptamtliche Mitarbeiter. In der Vergangenheit konnte der Kreisverein auch ohne hauptamtliche Mitarbeiter Zivildienstleistende beschäftigen.

Der Leiter der Beratungsstelle und des Aufnahmeheims Linde für Wohnungslose, Wolfgang Baumung, zeigte stellvertretend für Menschen in Not auf, dass für viele und immer mehr jüngere Obdachlose bezahlbarer Wohnraum nach der Zeit im Aufnahmeheim dringend notwendig wäre. Auch ein neues Girokonto sei für einen Neustart unabdingbar, die freiwillige Selbstverpflichtung der Banken gewährleiste dies nicht. Menschenwürdige Obdachlosenunterkünfte fehlen laut Baumung in immer mehr Städten und Gemeinden. Auch die bis zu hundert Prozent Sanktionen bei der Grundsicherung für unter 25 Jahre alte Bezieher würden Wohnungslosigkeit eher noch verstärken, sagte Baumung.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel