Konstantin Wecker saß am Sonntag in der knallvoll besetzten Geislinger Rätsche zwar auf der Bühne, als er aus seinen Büchern, insbesondere der neuen Biografie „Das ganze schrecklich schöne Leben“ las und Anekdoten erzählte, doch er hätte ebenso gut bei seinen Zuhörern zu Hause am Ess- oder Couchtisch sitzen können, so persönlich und authentisch wie er sich gab.

Humorvoller Blick und immense Liebe

Der 71-Jährige beginnt chronologisch, erzählt aus seiner behüteten Kindheit. Mit humorvollem Blick und einer immensen Liebe skizziert er die „strenge aber immer mich entschuldigende“ Mutter und vor allem den „sanften“ Vater: „Er hat mich gelehrt ungehorsam zu sein.“ Und er hat die Liebe zur  Musik in ihm entfacht. Beides ist ihm sein Leben lang geblieben.

Mit Fantasie, Selbstironie und Humor

Er beschreibt sich selbst als „rebellisch, eitel, kleinkariert und großherzig“ und was er vorträgt, einerlei ob schriftlich von ihm im Buch festgehalten, oder verbal von der Bühne herunter gesprochen, ist gespickt mit herzerfrischender Fantasie, erheiternder Selbstironie und einer höchst erquicklichen Prise Humor. Selbst seine dunkelste Lebensphase während und nach seiner Drogensucht betrachtet er heute mit klarer Selbsterkenntnis und feinem Witz.

In unglaublich poetischer Sprache

Seine Texte, einerlei ob die aus Lied, Elegie, Gedicht oder Roman, haben Sinn und Hintersinn, sprechen eine deutliche Sprache, basierend auf seiner klaren Haltung, doch sie sind unglaublich lyrisch, poetisch und in einer fantastisch blumenreichen Sprache verpackt. Hinter dem Sprachkünstler und Poet steckt einer, der sich immer wieder selber hinterfragt, seine schöpferische Kraft aus philosophischen Gedanken gewinnt. Lang anhaltender Beifall für einen höchst sympathischen Menschen, mit dessen Lesung ein „Veranstaltertraum wahr geworden ist“, wie Brigitte Aurbach eingangs gestanden hatte.

Mehr über Konstantin Weckers Auftritt in Geislingen lesen Sie in der Dienstagsausgabe (26. März) der GEISLINGER ZEITUNG.