Geislingen Kommt ein Neubau für mehr Kita-Plätze?

Geislingen / Stefanie Schmidt 21.11.2018
In der Oberen Stadt fehlen Kita-Plätze. Der Geislinger Gemeinderat diskutiert am Mittwoch, wie man Abhilfe schaffen kann. Auch ein Neubau steht zur Debatte.

Die Stadt möchte den Kindergarten „Bunte Welt“ in der Geislinger Parkstraße 2 erweitern: Die Obere Stadt brauche dringend weitere Kita-Plätze im Bereich zwischen Karl- und Kaiser-Wilhelm-Straße, heißt es in der Sitzungsvorlage der Stadtverwaltung für die heutige Gemeinderatssitzung ab 16 Uhr im Kapellmühlsaal. Die Stadtverwaltung sieht zwei Alternativen, dieses Ziel langfristig zu erreichen: einen Neubau im Notzental oder im Stadtpark oder die Erweiterung des Kindergartens „Bunte Welt“ in der Parkstraße 2.

Eine Möglichkeit sei, im ­ers­ten Obergeschoss des „Bunte-Welt“-­Gebäudes zwei weitere Gruppen einzurichten. Dabei müssten ­allerdings die speziellen Brandschutzvorschriften für Kinder­gärten berücksichtigt werden, erläutert Stadtbauamtsleiter Karl ­Vogelmann in den Sitzungsunterlagen. Der Brandschutz fordert einen zweiten Fluchtweg und – wegen der Barrierefreiheit – einen Aufzug.

Im Prinzip könnte man am ­Gebäude Richtung Hochschule ein weiteres Treppenhaus einrichten und damit das erste Obergeschoss und das Untergeschoss erschließen, in dem es aktuell zwei ­Kita-­­Gruppen gibt. Der Nachteil: Durch diese Art der Erschließung würden andere Räume beeinträchtigt oder zumindest durch die neue Treppe verdunkelt. Außerdem würde diese Treppenhaus-Variante die beiden übrigen Obergeschosse sowie das Dachgeschoss außen vor lassen. Die­se Etagen könnten aufgrund der Brandschutzvorschriften nicht mehr genutzt werden.

Vogelmann stellt eine weitere Möglichkeit vor: Mit einem Treppenhaus inklusive Aufzug an der Rückseite des Gebäudes könnten sämtliche Stockwerke erschlossen werden. Die Kosten lägen bei 600 000 bis 700 000 Euro. Allerdings wäre dieses zusätzliche Treppenhaus nur dann sinnvoll, wenn das gesamte Gebäude renoviert würde, meint der Stadtbauamtsleiter. Dann müssten Dachstuhl, Dachdeckung, Fassaden und Fenster saniert sowie sämtliche Trinkwasser- und Elektroleitungen erneuert werden. Vogelmann schätzt die Gesamtkosten für diese Lösung auf etwa 3 Millionen Euro. Zusätzlich müssten neue Außenanlagen im Bereich des Alten Hallenbads angelegt werden: Die bisherigen ­Flächen an der Kaiser-­Wilhelm-Straße wären für vier Kindergartengruppen zu klein.

Alles in allem wäre ein Ausbau der „Bunten Welt“ in der Parkstraße im Vergleich zu einem Neubau eine relativ günstige Lösung, die sich auch schneller umsetzen ließe, lautet Vogelmanns Fazit. Ein Zuschuss wäre dann möglich, wenn der Kindergarten nach dem Umbau noch mehr als 25 Jahre betrieben wird.

Die Kosten für einen Neubau für vier Kindergarten-Gruppen würden bei etwa 3,5 Millionen Euro liegen, führt Vogelmann weiter aus. Für Planungs- und Bauzeit berechnet er drei Jahre. Infrage käme ein Bereich im Notzental beim Bolzplatz neben dem Alten Hallenbad, eine Fläche unterhalb der Hochschule an der Parkstraße oder ein Standort im Bereich des Stadtparks. Sowohl im Notzental als auch im Stadtpark wäre eine geologische Untersuchung vorab sinnvoll.

Ein Neubau sei „sehr teuer“, meint der Stadtbauamtschef. Allerdings gäbe es einen Zuschuss von 240 000 Euro, die baulichen Auflagen für Kindergärten seien leichter zu erfüllen, und ein Neubau sei leichter kalkulierbar.

Bei einem Neubau im Notzental könnte gleichzeitig die Sportstättensituation gelöst werden, heißt es in der Vorlage weiter. Auf Nachfrage der GZ betont Vogelmann: „Man muss auch daran denken, dass die Halle irgendwann kommt“ – obgleich der Gemeinderat den Bau einer neuen Turnhalle noch nicht beschlossen habe und der Kindergarten Priorität habe. Falls nicht beides in einem Gebäude realisiert wird – und diese Variante gefällt dem Baumamtsleiter nach eigener Aussage nicht so recht – müsse bedacht werden, in der Nähe des Helfenstein-Gymnasiums noch Platz für eine Halle frei zu lassen.

Ob Neubau oder Sanierung – eines steht fest: Bis eine der Alternativen fertig ist, muss für die Kinderbetreuung eine Interimslösung her. Möglich sei, Container für einen zwei- oder viergruppigen Kindergarten auf dem Bolzplatz im Stadtpark oder auf dem Bolzplatz neben dem Alten Hallenbad aufzustellen. Die Kosten für zwei Gruppen liegen laut Vogelmann bei 850 000 Euro, für vier Gruppen bei 1,9 Millionen – Zuschüsse gibt es nicht.

Die Kosten seien relativ hoch, weil die Container für den Kindergartenbetrieb recht hohe Ansprüche erfüllen müssten, was Schallisolierung, Lüftung und Heizung betrifft. Als Alternative könnten die Container gemietet werden. Bei einem Mietzeitraum von vier Jahren lägen die Kosten für zwei Gruppen bei 380 000 Euro und für vier Gruppen bei 720 000 Euro. Die Außen­anlagen für die Kinder könnten je nach Standort im Stadtpark oder unmittelbar im Bereich des Alten Hallenbads angelegt werden.

Vogelmann favorisiert eine Containerlösung mit zwei Gruppen im Stadtpark. Diese Lösung sollte aber nicht viel länger als fünf Jahre Bestand haben, betont er. Denn es sei nicht wünschenswert, langfristig „eine Containersammlung“ im Stadtpark“ zu schaffen.

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