Kommentar Isabelle Jahn: Reparatur-Café braucht Beteiligung

Geislingen / Isabelle Jahn 14.03.2018
Von einem Reparatur-Café in Geislingen profitieren auch die, die ihr Wissen teilen. Das findet GZ-Redakteurin Isabelle Jahn.

Fast zwei Millionen Tonnen Elektroschrott entsorgen wir Deutschen einer Studie zufolge im Jahr – nicht immer sachgerecht. Was soll man auch anfangen mit einem alten Staubsauger, der mehr Dreck macht als er beseitigt? Die Antwort lautet: reparieren. Zugegeben, es hat nicht jeder das Fachwissen und das nötige Werkzeug – die Sorge, noch mehr kaputt zu machen, ist groß. Je nach dem wie alt ein Gerät ist und wie groß der Schaden ist, nimmt der Händler den Patienten aber vielleicht gar nicht mehr auf. „Das lohnt sich nicht, kaufen Sie lieber was Neues“, lautet dann die Empfehlung. Die nächste Station muss aber nicht der Wertstoffhof sein: Wenn es ab Herbst auch in Geislingen ein Reparatur-Café gibt, werden dort genau solche Patienten untersucht und wenn’s gut läuft auch wiederbelebt. Dass das Angebot sogar kostenlos ist – eine Spende sollte aber drin sein – ist erfreulich. Besonderen Wert hat aber vor allem die Idee, dass man sich als Laie an der Reparatur beteiligt und von den Experten lernt. Mit dem gemütlichen Flair im Café Wunderbar kann das Ganze dann fast schon familiär werden – ein bisschen so wie wenn der Enkel seinen Opa an der Werkbank neugierig beobachtet. So verliert man die Scheu, selbst den Schraubenzieher in die Hand zu nehmen. Jetzt müssen sich Bürger bereit erklären, sich für das Projekt der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung (KAB) zu engagieren. Mit Sicherheit profitieren auch die Ehrenamtlichen davon, ihr Wissen auf diese Weise weiter zu geben – ein bisschen so wie der Opa, der dem Enkel stolz seinen Schraubstock vorführt.

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