Geislingen Kommentar von Isabelle Jahn: Vermüllung ist ignorant und inakzeptabel

Müll auf Straßen und Gehwegen ist in vielen Städten ein Problem.
Müll auf Straßen und Gehwegen ist in vielen Städten ein Problem. © Foto: Archiv
Geislingen / Isabelle Jahn 02.08.2018
Es gibt keinen Grund, Müll illegal zu entsorgen. Wer gegen das Gesetz verstößt, muss zurecht mit hohen Bußgeldern rechnen, findet GZ-Redakteurin Isabelle Jahn.

Der Kaffeebecher ist leer, der Mülleimer voll oder zu weit entfernt – wohin also damit? In so einer Situation transformieren sich Gehweg und Straße für viele Menschen in einen unendlich großen Abfallkorb. Der Müll bleibt auf dem Sitzbänkchen liegen oder wird einfach fallen gelassen. Dort bleibt er nicht lange alleine: Das achtlose Verhalten findet schnell Nachahmer. Die Geislinger Fußgängerzone und der Sternplatz sind dafür nur zwei Beispiele von vielen.

Traurig genug, dass Deutschland laut Umweltbundesamt europaweit am meisten Verpackungsmüll produziert: 220 Kilogramm pro Kopf kamen im Jahr 2016 zusammen. Fatal ist es aber, dass Müll häufig nicht dort landet, wo er hingehört. Dazu zählen vor allem auch Elektroschrott und Möbel, die möglichst unbemerkt vom Wohnzimmer auf den Wanderparkplatz oder in den Wald verschwinden.

Dagegen erscheint das im Kreis Göppingen diskutierte Problem, dass Gelbe Säcke zu früh vor die Tür gestellt werden, als Lappalie. Aber es dient immerhin dazu, dass eine immer wieder aufflammende und auch für Geislingen wichtige Debatte nicht erlischt.

Was bitte ist so schwer daran, Unrat auf korrekte Art und Weise zu entsorgen? Es gibt doch – neben den städtischen Abfallkörben für den Müll „to go“ – eine ganze Reihe an legalen Möglichkeiten. Im Abfall-ABC, das der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Göppingen zum Anfang des Jahres an alle Haushalte verteilt, sind diese verständlich aufgelistet. Rest-, Bio- und Verpackungsmüll und auf Bestellung auch Schrott werden von zu Hause abgeholt, vieles nehmen außerdem die Wertstoffhöfe an – sogar kostenlos.

Es ist inakzeptabel und ignorant, wenn jemand seinen Müll wild fortschafft. Man kann nur hoffen, dass möglichst viele Verstöße bemerkt und bestraft werden. Bußgelder bis zu 10 000 Euro sieht der gesetzliche Rahmen laut dem Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebs, Dirk Hausmann, vor – so eine Strafe tut weh und das muss sie auch. Jeder legt doch großen Wert darauf, in einer sauberen Umgebung zu leben. Und jeder kann und muss dazu seinen Beitrag leisten.

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