Leitartikel Isabelle Jahn: Auf Hilfe muss Verlass sein

GZ-Redakteurin Isabelle Jahn.
GZ-Redakteurin Isabelle Jahn. © Foto: Markus Sontheimer
Geislingen an der Steige / Isabelle Jahn 16.04.2018
Patienten in der Geislinger Helfenstein-Klinik müssen auch in der Notaufnahme gut behandelt werden, fordert GZ-Redakteurin Isabelle Jahn.

Im Krankenhaus ist man nicht zum Spaß. Die Patienten sind auf Hilfe angewiesen – bei Notfällen umso dringender. Auf diese Hilfe müssen sie sich hundertprozentig verlassen können. Es kann nicht sein, dass jemand entlassen wird, obwohl er sich kaum auf den Beinen halten kann. Wenn jemand sehr schwach ist, sollte er unter ärztlicher Beobachtung bleiben – eine frühzeitige Entlassung birgt Gefahren. Das zeigt ein Fall in der Geislinger Helfenstein-Klinik, bei dem ein Patient kurz nach der Entlassung in der Notaufnahme erneut zusammengebrochen ist. Was, wenn das auf der Straße passiert wäre oder irgendwo, wo kein Helfer in der Nähe ist?

Die Organisation in der Zentralen Notaufnahme stellt die Klinik vor eine große Herausforderung: Es ist nicht absehbar wie viele Notfälle an einem Tag eintreffen und wie viele Ärzte und Pflegekräfte gebraucht werden. So kommt es sicher vor, dass Mitarbeiter unter Zeitdruck stehen, wodurch Fehleinschätzungen wahrscheinlicher sind. Ob durch die Unterstützung aus anderen Stationen oder durch Aufstockung des Personals – eine gute Behandlung muss auch bei hohem Patientenaufkommen gesichert sein.

Damit sich Patienten in guten Händen fühlen und es ihnen besser geht, ist auch eine saubere Umgebung entscheidend. Ein hoher Hygienestandard muss in einem Krankenhaus selbstverständlich sein. Die Alb-Fils-Kliniken haben sich das auf die Fahne geschrieben – erst recht, seit die Anzahl der mit dem multiresistenten Darmbakterium VRE besiedelten Patienten wächst und das Göppinger Gesundheitsamt die Kliniken mit Argusaugen beobachtet. So wurden zum Beispiel mehr Reinigungskräfte eingestellt und der Reinigungsdienst durch eine externe Firma unterstützt.

Aufgrund der sich häufenden VRE-Fälle sind zurzeit auch Krankenhausbesucher und Patienten besonders kritisch, was die Hygiene angeht und befürchten schnell einen Zusammenhang mit dem Keimbefall. Die intensive Untersuchung von Patienten auf VRE und weitere Maßnahmen sollten Patienten und Klinikbesucher vielmehr beruhigen. Panik bringt ohnehin niemandem etwas.