Den vom zermürbenden Hickhack um angemessene Entschädigungen genervten Grundstücksbesitzern in Hohenstadt mag das wie blanker Hohn in den Ohren klingen. Schließlich haben sie (aus gebührender Entfernung natürlich) ja schon zusehen dürfen, wie die Bahn mit Steuergeldern umgeht: Damals im Juni, als die DB sich und ihr Jahrhundertwerk mit Bundes- und Landesverkehrsminister samt 400 geladenen Gästen bei einer rauschenden „Tunnelparty“ gefeiert hat.

Auch sonst scheut die Bahn keine Kosten, um ihr monumentales Projekt publikumswirksam zu puschen: Zig Werbespots und aufwendige Videoanimationen im Internet, das schmucke „Tunnelforum“ im Stuttgarter Hauptbahnhof und ein eigens für S 21 und die Schnellbahntrasse eingerichtetes „Kommunikationsbüro“ kosten vermutlich jeden Monat weit mehr als die 1,50 oder 3,50 Euro pro Quadratmeter, um die man derzeit auf der Alb streitet.

Ganz abgesehen von den 1,3 Milliarden Euro, die allein die Schnellbahnstrecke seit 2009 teurer geworden ist. Bei der Bahn hat man diese Kostenexplosion von 2,0 auf 3,3 Milliarden Euro mit einem Schulterzucken registriert. Dafür wird in Hohenstadt um jeden Cent geschachert. Was für ein Armutszeugnis!