Betreuung Komfortable „Blechschachtel“

Ein Blick in die „Blechschachtel“: erstaunlich geräumig und komfortabel.
Ein Blick in die „Blechschachtel“: erstaunlich geräumig und komfortabel. © Foto: Ulrich Bischoff
Gussenstadt / Ulrich Bischoff 22.06.2018

Zweimal in sechs Monaten sind sie inzwischen umgezogen, die Erzieherinnen und die Fachkräfte des Gussenstadter Kindergartens, samt ihrer 53-köpfigen Kinderschar.

Ein verhängnisvoller Wasserschaden im Oktober hatte sie  aus ihrem angestammten Haus, dem „Wabenkindergarten“, vertrieben. Als Folge der feucht gewordenen Wände hatten sich giftige Pilze ausgebreitet. Der bereits angejahrte Kindergarten musste aus gesundheitspolizeilichen Gründen geschlossen werden. Im Ursulastift fanden die „Heimatvertriebenen“ nach kleineren Umbauten eine vorläufige Bleibe.

Ein Dauerzustand konnte dies jedoch nicht sein. Eilends sah sich daher die Gemeinde nach einem Container um und wurde fündig. Die Fundamente für diesen wurden in direkter Nachbarschaft zur Grundschule gegossen. Inzwischen ist die „Blechschachtel“ unweit von der früheren Behausung aufgestellt und eingerichtet worden. Der Begriff „Blechschachtel“ stammt aus Kindermund und klingt zunächst einmal abwertend. Dem Bauwerk aus Stahl fehlt es aber an nichts, wenn man von dem Zweisitzer-Sofa einmal absieht, das sich das Kindergarten-Team als Spende aus Gussenstadter Gebrauchtwarenbeständen vorstellt.

Nach dem vollzogenen Umzug, bei dem die Männer vom Bauhof und hilfsbereite Väter als Möbelpacker bereits zum zweiten Mal am Werk waren, habe man sich  inzwischen „heimelig eingerichtet“, versichern die Erzieherinnen. Fragt man den kleinen Ben wie er sich vorher im Ursulastift gefühlt habe, vernimmt man ein vollmundiges „voll toll“. Mit „gleich toll“ umschreibt er sein Wohlbefinden im Container. Ben und Hannah, Jakob und Lara sind fraglos die Hauptpersonen im „Betriebsablauf“ des neuen Kindi. Spielzeug, Bastelmaterial, Farbstifte, ja selbst Glasmurmeln und Kettchen fürs Handgelenk sind da und wenn es einmal „dumm geht“, auch ein Wickelraum. Die meisten aber können „es“ selbst und waschen sich hinterher folgsam die Hände.

Die sanitäre Einrichtung seien top. Auch sonst fehle es an nichts, auch nicht in den beiden Küchen, in den mit Spielzeug reichlich bestückten Gruppenräumen und auch im Büro der Leiterin, heißt es. Wo neun Frauen das Regiment führen, fehlt manchmal auch ein Mann fürs Gröbere. Michael Rudolf ist so einer mit praktischem Verstand und einem Werkzeugkasten. Rudolf ist immer dann zur Stelle, wenn das Kühlaggregat spinnt, ein Wasserhahn tropft oder eine Tür klemmt.

Worauf sich die neunköpfige Crew der Erzieherinnen im Blick auf die Zukunft besonders freut, das ist der versprochene, aus gesundem Holz gezimmerte Kindergarten. Er soll in den nächsten Jahren zusammen mit der neuen Festhalle direkt gegenüber entstehen. Der Container ist halt doch bloß eine „Blechschachtel.“

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