Geislingen Klufti ist „pure Fiktion“

Michael Kobr (links) und Volker Klüpfel landen mit den Kluftinger­ Krimis einen Volltreffer nach dem anderen. Foto: Hans Scherhaufer
Michael Kobr (links) und Volker Klüpfel landen mit den Kluftinger­ Krimis einen Volltreffer nach dem anderen. Foto: Hans Scherhaufer © Foto: Hans Scherhaufer
Geislingen / Von Bettina Verheyen 23.08.2018
Der zehnte Krimi mit dem Allgäuer Kommissar Kluftinger hebt sich von den Vorgängern ab. Das Autoren-Duo stellt ihn auch in Geislingen vor.

Ja, ja, der gute alte Klufti: Da hat die treue Leserschaft den stets ein bisschen bruddeligen und nicht selten ziemlich ungeschickten Kommissar aus Altusried bereits durch neun Bücher hindurch begleitet und fühlte sich im Klufti-Kosmos schon fast wie zu Hause. Und dann das: Das Autoren-Duo Volker Klüpfel und Michael Kobr bricht in seinem zehnten Roman aus dem erfolgreichen Schema F aus. Das beginnt mit dem Titel (aus zusammengesetzten Hauptwörtern, angefangen bei Milchgeld bis hin zu Himmelhorn) ist „Kluftinger“ geworden, geht weiter mit dem Ton (nur noch halb so flapsig) und macht auch vor weitreichenden Enthüllungen über Kluftis Vergangenheit nicht halt (siehe rechte Spalte).

Das ist ein dicker Brocken, aber die beiden Autoren lassen ihre Leser nicht im Regen stehen, sondern bringen ihnen diesen Band Nummer zehn bei einer Jubiläumstour nahe. Diese führt sie Ende September auch nach Geislingen (siehe Extra-Kasten).

Auf ihrer „nigelnagelneuen Homepage“ – Klufti würde „Daheimseite“ sagen – beantworten Klüpfel und Kobr unter dem Link „Autoren“ oft wiederkehrende Fragen. Wir haben dort und in einigen Interviewtexten nachgelesen und fassen die wichtigsten Fakten über die Väter des Kommissars Kluftinger zusammen:

Klüpfel, Jahrgang 1971, und Kobr, Jahrgang 1973, kennen sich schon „länger als sie sich nicht kennen“, nämlich seit ihrer Schulzeit auf dem Gymnasium in Kempten. Beide sind im Allgäu aufgewachsen und so lag es für sie nahe, ihre Krimis – die sie nicht für „Regionalkrimis“ halten – auch im Allgäu spielen zu lassen.

Ein reales Vorbild für Klufti gibt es anscheinend nicht. Die Autoren versichern: „Der ist wirklich pure Fiktion.“ Sie möchten ihre Figur auch nicht als Prototypen des Allgäuers verstanden wissen („Wir denken nicht, dass es einen ,Prototype’ einer Region gibt.), er sei – wie jeder Mensch – regional geprägt.

Für jedes ihrer zehn Bücher haben die beiden jeweils eineinhalb Jahre gebraucht – vor 15 Jahren fingen sie an zu schreiben. Sowohl Klüpfel, der zuletzt als Redakteur arbeitete, als auch Kobr, der Lehrer ist, widmet sich der Schriftstellerei mittlerweile hauptberuflich.

Zwei Autoren – ein Buch

Autoren-Duos gibt es nicht so viele, daher taucht auch immer wieder die Frage auf, wie man zu zweit an einem Buch schreibt. Die Antwort der beiden: „Man bespricht gemeinsam die Szenen, streitet oft darüber, dann geht jeder zu sich nach Hause und schreibt. Anschließend schicken wir uns die Szenen zu und korrigieren sie gegenseitig.“

Die Kluftinger-Hörbücher besprechen Klüpfel und Kobr selber, seit Neuestem ist auch der Schauspieler Christian Berkel dabei. Ein zwiespältiges Verhältnis haben die Autoren zu den Verfilmungen. Auf ihrer Homepage schreiben sie, dass sie leider kein „substanzielles Mitspracherecht“ hatten und die Filmreihe in der bisherigen Form nicht weitergehen werde.

Info Weitere Fragen beantwortet ­Michael Kobr demnächst auf unserer ­lokalen Kulturseite.

Das Autoren-Duo kommt in die Geislinger Jahnhalle

Am Donnerstag, 27. September, 20 Uhr, sind die beiden Autoren Volker Klüpfel & Michael Kobr im Rahmen ihrer Jubiläumstour „Der Sinn des Lesens“ in der Jahnhalle Geislingen zu Gast.

Karten gibt es an allen bekannten VVK Stellen der Region, in Geislingen zum Beispiel bei der Geislinger Zeitung, Hauptstraße 38, im Reisebüro Travel Service, Überkinger Straße 61 und im Schmetterling Reisebüro, Stuttgarter Straße 39. Online-Bestellungen unter:
www.printyourticket.de, www.eventim.de,
www.reservix.de und
www.tickets-kba.de

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