Dürnau Klaus Riegert beendet seine politische Karriere

Am Morgen nach dem Abschiedsfest auf dem Fußballplatz: Klaus Riegert spielte letztmals mit dem FC Bundestag - gegen eine Bürgermeisterelf in Bad Boll.
Am Morgen nach dem Abschiedsfest auf dem Fußballplatz: Klaus Riegert spielte letztmals mit dem FC Bundestag - gegen eine Bürgermeisterelf in Bad Boll. © Foto: Cornelius Nickisch
ANJA HEINIG 30.09.2013
Rund 350 Freunde, Kollegen und Wegbegleiter des langjährigen Bundestagsabgeordneten Klaus Riegert kamen nach Dürnau, um ihn gemeinsam am Ende einer politischen Ära zu verabschieden.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt - auf den Tag genau vor einem Jahr wurde Klaus Riegert von den Mitgliedern der CDU im Landkreis Göppingen nicht wieder als Bundestagskandidat nominiert. Nun lud er seine langjährigen Wegbegleiter, Freunde und Kollegen nach Dürnau ein, um sich offiziell als Politiker zu verabschieden. Riegert wird künftig eine leitende Funktion im Göppinger Christophsbad übernehmen. Gekommen waren sie alle gerne, bereits am Eingang bildete sich eine lange Schlange.

Der ehemalige Bürgermeister und Freund der Familie Riegert, Hans-Peter Zaunseder aus Gammelshausen, führte in den Abend ein, begrüßte die Gäste und bat um Folgendes: "Abschiedsworte müssen kurz sein, wie eine Liebeserklärung." Zaunseder ehrte das Wirken von Riegert, der 2008 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, für seine Verlässlichkeit, Geradlinigkeit und Hilfsbereitschaft. Dennoch fand er auch deutliche und nachdenkliche Worte: "Klaus Riegert ist ein Mensch, der gestärkt aus Niederlagen hervorgeht und mit seiner christlichen Grundeinstellung immer das Gute im Menschen sieht. Man darf und muss es an so einem Abend, möglichst wertfrei, ansprechen: Der Grund, weshalb wir uns heute treffen, ist ein denkwürdiger parteiinterner Abend. Aber du hast die Niederlage für dich in einen Sieg umgewandelt." Für seine Worte erntete Zaunseder viel Applaus.

Weitere Würdigungen erhielt Riegert von Landrat Edgar Wolff, seinem Bundestagskollegen Marcus Weinberg, für den Kreisbehindertenring sprach Walter Hertle, für die Hohenstaufenstiftung Veronika Probost und für die Landes- und Kreispolitik Dietrich Birk. Auch seine Mitarbeiter kamen zu Wort und dankten für die Zusammenarbeit über 21 Jahre. Allesamt waren sie sich in ihren Reden einig, dass es ein herber Verlust für die jeweilige Vereinigung sei, dass Riegert seinen politischen Rückzug antreten muss, dennoch, so die Redner, habe er es geschafft, Spuren zu hinterlassen, die jedes politische Mandat überleben und eine enorme Bereicherung für den Landkreis oder Institutionen seien.

Walter Hertle überreichte neben den sehr persönlichen Worten dem ehemaligen Kapitän des FC Bundestag eine Urkunde: Er ist nun Ehrenvorsitzender des Kreisbehindertenrings. Dietrich Birk ging auf die Höhen und Tiefen des ehemaligen Parlamentariers ein, der sich auch parteiintern immer wieder Herausforderungen und Kampfkandidaturen um sein Mandat stellen musste. "Wir schätzen deine Geradlinigkeit, du hast nicht taktiert, wenn es darum ging, schwierige Fragen zu klären; du bist hingestanden und hast erklärt, wie Politik funktioniert."

Zu dem Lied "Dont Worry - Be Happy" von Bobby McFerrin trat der sichtlich aufgeräumte Klaus Riegert ans Mikrofon, bedankte sich bei allen Rednern und ging auf seine Amtszeit und das dadurch Erreichte ein. Mit viel Applaus wurde Riegert verabschiedet, bevor in der Dürnauer Kornberghalle der gemütliche Teil des Abends anfing und noch bis tief in die Nacht gefeiert wurde.