Läuft es nicht ganz rund oder was ist sonst der Grund dafür, dass der US-Investor KKR (Kohlberg Kravis Roberts) über seine Holding Finedining Capital das Angebot für die Vorzugsaktien der WMF verbessert, die Annahmefrist vom 11. bis zum 25. August verlängert? Ziel ist es nach Angaben von KKR – Hauptaktionär bei der WMF – eine Beteiligung von mindestens 90 Prozent des WMF-Grundkapitals zu erreichen. Im Rahmen eines sogenannten Squeeze-outs (Kleinaktionäre werden „rausgequetscht“) könnten dann die Anteile der Minderheitsaktionäre gegen eine angemessene Barabfindung aufgekauft werden.

KKR verbindet das Angebot mit der Bedingung, dass dadurch die Zusammenlegung der Aktien von Finedining Capital und der FIBA Beteiligungs- und Anlage GmbH (FIBA) – sie hielt im Juni noch etwa ein Viertel der WMF-Stammaktien – sowie etwaiger Erwerbe außerhalb des Angebots eine Beteiligungsquote von mindestens 90 Prozent erreicht wird. Ausgenommen der von WMF gehaltenen eigenen Aktien. Dazu müssten nach Angaben von KKR etwa 75 Prozent der ausstehenden Vorzugsaktien während der Angebotsfrist „angedient oder parallel hinzuerworben werden“. Zudem unterliege das Angebot der Zustimmung der relevanten Aufsichtsbehörden, das Bundeskartellamt habe den Vollzug des Vorhabens aber bereits am 31. Juli freigegeben.

Bislang hätten die Aktionäre das Angebot für mehr als 35 Prozent der ausstehenden Vorzugsaktien angenommen oder ihre Annahme zugesagt, heißt es in der Mitteilung von KKR. Das entspreche etwa 47 Prozent der Vorzugsaktien, die für das Erreichen der Angebotsbedingung notwendig seien.

KKR und FIBA planen die WMF von der Börse zu nehmen, weil die Börsennotierung „derzeit keine wesentlichen Vorteile für die WMF biete“, sondern „vielmehr in beträchtlichem Umfang Zeit des Managements in Anspruch nehme“. Die Konsequenz daraus für den IG Metaller Bernd Rattay: „Wie bei einem Privatunternehmen hat KKR dann komplett die Kontrolle und kann schalten und walten.“

Ankauf scheint zu stocken

Offenbar geht der Ankauf nicht ganz so problemlos voran, wie eigentlich geplant. Auch im Zuge der Aktionen rund um die WMF hatten Betriebsratsmitglieder immer wieder dazu aufgerufen, die Aktien nicht an KKR zu verkaufen. Mit dem erhöhten Angebot und der verlängerten Frist, will der US-Investor einen Verkauf für die Aktionäre noch schmackhafter machen. Geworben wird mit Formulierungen wie: „Das Angebot entspricht einem Aufschlag von etwa 22 Prozent auf den volumengewichteten Drei-Monats-Durchschnittskurs der WMF-Vorzugsaktien. Es entspricht darüber hinaus einem Aufschlag von etwa 82 Prozent auf den von Finedining Capital im Rahmen des freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots im Jahr 2012 bezahlten Einstiegspreis für die WMF-Vorzugsaktien. Die WMF-Vorzugsaktie notierte mindestens in den vergangenen 40 Jahren nie auf dem Niveau des jetzigen erhöhten Angebots.“

Hingewiesen wird in der Mitteilung des US-Investors aber auch darauf, dass eine weitere Fristverlängerung durch die Bieterin aus rechtlichen Gründen ausgeschlossen ist. Ferner sei eine weitere Erhöhung des Angebotspreises ab dem 9. August nicht mehr möglich. Das freiwillige öffentliche Erwerbsangebot bleibe aber ansonsten unverändert.

KKR geht eigenen Angaben zufolge davon aus, dass das öffentliche Erwerbsangebot Ende August vollzogen werden kann, nachdem alle kartellrechtlichen Genehmigungen erteilt wurden.