Eybach Kirche nun auch geweiht

Mit einem Festgottesdienst, zelebriert von Weihbischof Thomas Maria Renz, wurde die Kirche geweiht.
Mit einem Festgottesdienst, zelebriert von Weihbischof Thomas Maria Renz, wurde die Kirche geweiht. © Foto: Jochen Horndasch
Eybach / JOCHEN HORNDASCH 27.05.2014
Nach zehn Monaten Bauzeit wurde am Samstagabend die katholische Kirche Mariä Himmelfahrt in Eybach feierlich eingeweiht. Weihbischof Thomas Maria Renz nahm in einem Festgottesdienst die Weihe vor.

Die katholische Kirche Mariä Himmelfahrt in Eybach ist zu einem Kleinod geworden. Nach einer Bauzeit von zehn Monaten und Sanierungskosten von insgesamt 900.000 Euro, von denen die Stadt Geislingen 90.000 Euro bezuschusst hat (wir berichteten bereits), wurde das Gotteshaus am Samstagabend feierlich eingeweiht.

Vor voll besetzten Kirchenbänken nahm Weihbischof Thomas Maria Renz von der Diözese Rottenburg die Altarweihe vor und zelebrierte den über zwei Stunden dauernden Festgottesdienst. Für die 700 Mitglieder der katholischen Kirchengemeinde von Eybach und Pfarrer Martin Ehrler steht von nun an ein hell gestalteter, moderner und Licht durchfluteter Kirchenraum zur Verfügung. Kirchenbänke, Decke und Wände sind weiß, der Boden besteht aus hellen Steinplatten und nur wenig erinnert daran, dass man sich in einem Bauwerk aus dem Jahr 1460 befindet.

Wie Architekt Norbert Behringer vom Architekturbüro Bauer und Behringer aus Ebersbach betont, sei durch den Umbau ein mutiger Schritt in die Zukunft gemacht worden. Gleichzeitig hätte man sich an der Vergangenheit orientiert und die massiven Eingriffe des letzten grundlegenden Umbaus im Jahr 1970 rückgängig gemacht. Damals wurde die Kirche durch einen Sichtbetonanbau an der Südseite deutlich erweitert, der Eingangsbereich verlegt und die gesamte Ausrichtung des Kirchenschiffs um 90 Grad gedreht.

Im Rahmen der jetzt erfolgten Sanierung fiel der 44 Jahre alte Anbau der Abrissbirne zum Opfer, der Zugang wurde wieder an seinen ursprünglichen Ort verlegt und das Kirchenschiff bekam wieder die klassische Ausrichtung wie beim Bau im Jahr 1460.

Durch diese Baumaßnahme gingen zwar die Hälfte der Sitzplätze verloren, anstelle von 300 sind es noch 150. Doch in Anbetracht der ohnehin schwach besuchten Gottesdienste ist dies nach Ansicht von Pfarrer Ehrler kein Problem.

Trotz der grundlegenden Neugestaltung beherbergt die Kirche einige künstlerisch wertvolle Elemente aus früherer Zeit. Mehrere restaurierte Epitaphe, also alte Grabsteine und Gedenktafeln sowie die vier Evangelisten zieren die Wände und das aus Sandstein bestehende fast 600 Jahre alte und fünf Meter hohe Tabernakel steht neben dem gewaltigen Steinaltar, in dem die Reliquien von Heiligen beigesetzt sind.
 


Reliquien aus Italien und der Türkei

Bei den Reliquien, die bei der Altarweihe eingemauert wurden, handelt es sich nicht mehr um die bisherigen. Diese waren vor dem jetzigen Umbau geborgen und nach Rottenburg gebracht worden. Dort wurde nach Angaben von Pfarrer Martin Ehrler festgestellt, dass sie schwer unter Feuchtigkeit gelitten hatten und deshalb nicht mehr verwendet werden konnten.

Die Reliquien, die Weihbischof Thomas Maria Renz mitbrachte und die bereits vor langer Zeit aus Katakomben geborgen worden waren, sind die Gebeine zweier Heiliger, zu denen sich wenig Informationen finden: Jucunda und Lucidus.

Jucunda war im dritten Jahrhundert zu Zeiten der römischen Christenverfolgung Märtyrerin in Nikomedia, dem heutigen Izmit in der Türkei.

Lucidus lebte im dritten Jahrhundert in Aquara (süditalienische Region Kampanien) als Einsiedler. Er suchte Zuflucht in der Einsamkeit, um sich gegen die Verweltlichung der Kirche zu stellen.

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