Geislingen / Ruben Wolff  Uhr
Ein Zwischenfall an der Bahnstrecke bei Geislingen hatte 2017 für Aufregung gesorgt. Womöglich hatte ein Unbekannter die Züge mit Steinen beworfen. Zunächst war von Schüssen die Rede.

Keine Projektile in Schienenfahrzeugen entdeckt

Es ist unwahrscheinlich, dass jemand am 7. Dezember 2017 einen Güterzug und eine Schublokomotive in Geislingen beschossen hat. Das ist das Ergebnis der Zeugenbefragungen und einer kriminaltechnischen Untersuchung, wie Sebastian Maus von der Bundespolizei-Inspektion Stuttgart am Freitag auf Nachfrage der GEISLINGER ZEITUNG mitteilt. Es gebe keine Hinweise auf bleihaltige Geschosse oder auf Projektile, die durch heiße Gase abgefeuert wurden. Die Polizei habe zudem keine Projektile in den Schienenfahrzeugen entdeckt. Das Ermittlungsverfahren sei inzwischen eingestellt, berichtet Maus.

Die kriminal­technische Untersuchung der beschossenen Züge läuft. Nach ersten Erkenntnissen stammen zwei zunächst für Geschoss­spuren gehaltene Schäden am Güterzug nicht von dem Vorfall am Donnerstag.

Staatsanwaltschaft Ulm: „Gefährlicher Eingriff in Bahnverkehr“

Das bedeute jedoch nicht, dass überhaupt nichts geschehen sei. Irgendetwas sei gegen die Güterzüge gekracht – vielleicht habe jemand Schottersteine gegen die Züge geworfen. Das sei aber nur eine Mutmaßung – nachweisen lasse sich das nicht mehr. Die Staatsanwaltschaft in Ulm hat den Vorfall als „gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr“ eingestuft.

Sachschaden bei etwa 600 Euro

Im Dezember 2017 war zunächst vermutet worden, dass eine Schublokomotive und ein Güterzug zwischen den Bahnhöfen Geislingen und Geislingen-West beschossen wurden (wir berichteten). Es war ein Sachschaden von etwa 600 Euro entstanden. Verletzt wurde niemand. Nach einem Zeugenaufruf in der GZ und anderen Medien hatte die Polizei neue Hinweise erhalten.

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