Geislingen Jugendgemeinderat schnuppert Landtagsluft

Die Geislinger Jugendgemeinderäte sitzen im Plenarsaal des Stuttgarter Landtags schon einmal Probe. Vielleicht zieht es einen der Jugendlichen später ja einmal in die Landespolitik.  Andreas Kenner (am Rednerpult) war von ihrer Diskussionsfreudigkeit begeistert.
Die Geislinger Jugendgemeinderäte sitzen im Plenarsaal des Stuttgarter Landtags schon einmal Probe. Vielleicht zieht es einen der Jugendlichen später ja einmal in die Landespolitik.  Andreas Kenner (am Rednerpult) war von ihrer Diskussionsfreudigkeit begeistert. © Foto: JGR
Geislingen / Sarah Buchwald 04.07.2018
Die Geislinger Jugendgemeinderäte diskutieren in Stuttgart mit einem Landtagsabgeordneten über ihre Arbeit.

Als dem Geislinger Jugendgemeinderat (JGR) im vergangenen März der Jugendbildungspreis des Landes verliehen wurde, wurde auch der Kirchheimer Landtagsabgeordnete Andreas Kenner (SPD) auf die engagierten Jugendlichen aus der Fünftälerstadt aufmerksam. Nach der Preisverleihung bat der Politiker die Jugendgemeinderäte um ein Treffen, um sich über die Arbeit der Jugendlichen auszutauschen.

Auf Einladung Kenners waren die elf Jugendgemeinderäte und Geschäftsstellenleiterin Sarah Buchwald deshalb jüngst zu Gast im Stuttgarter Königin-Olga-Bau. Zur Einstimmung genoss die Gruppe zunächst von der Dachterrasse des historischen Gebäudes aus zusammen mit dem Landtagsabgeordneten den phänomenalen Ausblick auf den Stuttgarter Schlossplatz. Anschließend stellte JGR-Sprecher Roman Retsch im Sophie-Scholl-Saal die Arbeit des Jugendgemeinderats anhand einer Präsentation vor. Vor allem die Vorstellung des Netzwerks Jugendbeteiligung begeisterte den Landtagsabgeordneten. Denn in Kirchheim gibt es momentan leider keinen Jugendgemeinderat oder ein ähnliches Gremium.

Ausführlich diskutierten  die Jugendgemeinderäte mit Andreas Kenner das Thema Schule und sprachen auch Probleme an: zum Beispiel  die schlechte Anbindung des öffentlichen Nahverkehrs, die  Geislingen  touristisch und wirtschaftlich unattraktiv mache sowie die hohen Ticketpreise für  Schüler. Kenner erzählte, dass sich die Besucherzahlen Kirchheims mehr als verdreifacht hätten, seit die Stadt einen S-Bahn-Anschluss hat. Außerdem sei er der Meinung, dass der öffentliche Nahverkehr für Schüler kostenlos sein sollte, denn Bildung sei ein Grundrecht und müsse jedem zugänglich sein.

„Es geht um die Sache“

Als Kenner erfuhr, dass alle anwesenden Jugendgemeinderäte auf unterschiedliche Schulen gehen, fragte er, ob es in den JGR-Sitzungen deswegen oft Streit oder hitzige Diskussionen gebe. Die Jugendlichen verneinten dies. Bei ihrem Engagement gehe es ihnen um die Sache, erklärten sie. Mit ständigen Streitereien würden sie nicht weiterkommen. Wenn man sich bei einem Thema mal nicht einig sei, werde am Ende demokratisch abgestimmt. Sie würden sich wünschen, dass auch die Kommunen im Landkreis Göppingen mehr miteinander kommunizieren. merkten die Jugendgemeinderäte an.

Andreas Kenner war sehr beeindruckt von der Diskussionsfreudigkeit und dem Erkenntnisvermögen der jungen Räte. Zum Abschluss führte er die Gruppe in den Landtag und erklärte den Aufbau des Plenarsaals und den Ablauf einer Sitzung.
Die Jugendgemeinderäte bedankten sich herzlich für den tollen Empfang und waren sich einig: „Dieser Ausflug hat sich gelohnt!“ Mit guten Eindrücken ging es am Abend zurück nach Geislingen. Und selbst bei der Rückfahrt mit dem Zug diskutierten die engagierten Jugendlichen weiter über ihre Ideen für Geislingens Zukunft, wie zum Beispiel eine Radstation am Geislinger Bahnhof mit Pedelecs zum Ausleihen, einheitliche  Öffnungszeiten der Läden in der Fußgängerzone am Samstag oder ein Payback-System für die Geschäfte der Geislinger Sterne.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel