Geislingen Johannes Warth überzeugt mit Lebenstipps

Johannes Warth, der sich als Ermutiger bezeichnet, unterhält sein Publikum in der Geislinger Jahnhalle mit Witz und Lebensweisheit.
Johannes Warth, der sich als Ermutiger bezeichnet, unterhält sein Publikum in der Geislinger Jahnhalle mit Witz und Lebensweisheit. © Foto: Patricia Jeanette Moser
Geislingen / Patricia Jeanette Moser 13.03.2018
Der Persönlichkeitscoach Johannes Warth stärkte sein Geislinger Publikum mit Ratschlägen für Erfolg.

Ein Erlebnisvortrag, unterhaltsam und tiefgründig, war im Vorfeld das Versprechen ans Publikum – und das wurde am Mittwoch in der ausverkauften Jahnhalle eingehalten. Mitten in der Woche hat sich das Publikum aufgemacht, „wo man doch sonscht bloß am Samschdag fort goht“, scherzte Johannes Warth zu Beginn seines Vortrags. Von der ersten Sekunde an gewann der Ermutiger, Überlebensberater und Persönlichkeitscoach, wie er sich bezeichnet, das Publikum für sich. Die Gäste waren hellwach und dies für gut zweieinhalb Stunden. Im Zuschauerraum saßen nicht wenige Fortgeschrittene, die bereits Vorträge von Warth erlebt hatten.

Durch Alltagsgeschichten, wie sie wohl jeder schon erlebt hat, nimmt der Coach sein Publikum mit und unterhält es auf humorvolle Weise – ohne erhobenen Zeigefinger. Anspruchsvolles aus Geschichte, Philosophie und seiner eigenen Lebenserfahrung vermittelt Warth seinen Zuschauern auf Augenhöhe.

Im Fokus stand bei dem Vortrag am vergangenen Mittwochabend das Thema Achtsamkeit: Warth geht davon aus, dass Menschen, die mit sich selbst nichts anzufangen wissen, auf diese Weise auch auf Mitmenschen wirken. Achtsamkeit richtet sich daher zunächst auf die eigene Person, wie das Publikum gleich am Anfang lernte. Wer gut zu sich selbst ist, ist es auch zu anderen. Seine Mitmenschen anzulächeln zum Beispiel, könne Wunder bewirken.

Mit dem Wort Achtsamkeit assoziiert Warth die Zahl acht und den Samen. Das Programm widmet sich denn auch den acht Samen, die dem Einzelnen fortan als Anregung dienen sollen. Wie beim Gärtnern sät der Lebensberater sein Wissen aus und mäandert durch viele Themen. Um seine Aussagen zu bekräftigen, setzt Warth gerne den Dialekt aus seiner oberschwäbischen Heimat ein und zitiert seine Familie in Bad Waldsee, aus dem er stammt.

Als einen der acht Samen führt der Coach die „Zwei-sam-keit“ an: Hier plädiert Warth fürs gemeinschaftliche Leben und rät dazu, sich auch mal selbst ins Gesicht zu sehen. Ein weiterer Samen ist „Try some“ – etwas Neues ausprobieren. Auch zu diesem englischen Wortspiel hat der Berater eine Weisheit aus Oberschwaben parat: „Des hen mir scho ällaweil andersch g’macht.“ Solche Sätze stünden einer positiven Entwicklung hinderlich entgegen. Gerade diese Zitate brachten Würze in den Vortrag und fanden Zustimmung beim Publikum.

Achtung vor jedem und allem

Der Furcht-Samen sei auch so ein Hindernis, das tunlichst entsorgt werden soll. Anerzogene Angst sei für den Menschen nicht gut. Johannes Warth, der 1961 geboren ist, erinnert sich, dass in seiner Kindheit zur Erziehung Drohungen eingesetzt wurden. Auch das Publikum kennt solche Vorkommnisse gut – das zeigen die Reaktionen.

Mit dem Freud-Samen erinnert der Coach an einen Spruch von Carl Valentin: „Ich freue mich, wenn es regnet. Denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.“ Der Sinn-Samen und der Wunder-Samen wiederum sollen die Menschen ermutigen, hinter die Kulissen zu schauen und Dinge zu tun, für die man brennt. Darauffolgende Wunder seien nicht selten. Ein weiterer Samen regt dazu an, wichtig und unwichtig zu hinterfragen und entsprechend auszusieben. Die Hochachtung, also die hohe Achtung vor jedem und allem, setzte Warth eindrucksvoll an den Schluss.

Musikalische Impulse gab es von Andreas Geffert aus Gera mit Stücken wie „Streets of London“ von Ralph McTell, „When I’m 64“ von den Beatles und „Graceland“ von Paul Simon. Diese und weitere Titel brachten das Publikum in der Jahnhalle zum Jubeln.

Johannes Warth setzte am Ende des unterhaltsamen und lehrreichen Abends eine sichtbare Synthese an den Schluss. Dafür rollte der Coach mehrere Ausgaben der GZ, die den Abend in Kooperation mit dem Förderkreis Emil-von-Behring-Schule organisiert hatte, ineinander und schaffte mit ein paar Handgriffen einen nach oben wachsenden Glücksbaum. Das Publikum applaudierte begeistert und ließ dann auf dem Nachhauseweg nur Superlative verlauten.

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