Analyse Integrationsmanager dringend gebraucht

Integrationsmanager helfen auch im Kreis Göppingen Geflüchteten bei Fragen zu Ausländerrecht, Spracherwerb, Job- oder Wohnungssuche (Symbolbild). Noch sind aber nicht alle Stellen besetzt, was in Geislingen kritisiert wird.
Integrationsmanager helfen auch im Kreis Göppingen Geflüchteten bei Fragen zu Ausländerrecht, Spracherwerb, Job- oder Wohnungssuche (Symbolbild). Noch sind aber nicht alle Stellen besetzt, was in Geislingen kritisiert wird. © Foto: Marijan Murat/dpa
Geislingen / Kathrin Bulling 03.08.2018

Rudi Ebert ist unzufrieden mit der Arbeit der Kreisverwaltung: Dem Integrationsbeauftragten der Stadt Geislingen dauert es zu lange, bis die Stellen der Integrationsmanager besetzt sind: „Wir brauchen diese Leute dringend.“

Die Integrationsmanager betreuen seit Februar die Geflüchteten, die ein Anrecht auf Anschlussunterbringung haben – entweder, weil ihr Asylverfahren abgeschlossen ist oder sie seit 24 Monaten in einer Gemeinschaftsunterkunft leben (wir berichteten). Im Kreis Göppingen waren dies laut Verwaltung zum Stichtag 31. Mai 1395 Personen – Tendenz steigend. Die Manager ­machen Hausbesuche, halten Sprechstunden ab und helfen, ­Behördengänge und Formulare zu verstehen sowie Job- und Wohnungssuche anzugehen. Das Ziel sei die Hilfe zur Selbsthilfe, erläutert Wolfgang Munz, Leiter der Abteilung Asyl- und Flüchtlingswesen im Landkreis Göppingen.

Geislingen stehen nach dem zugrunde gelegten Berechnungsschlüssel (siehe Infokasten) zirka 4,5 Stellen zu. Aktuell habe man drei Integrationsmanager, erklärt Ebert; diese arbeiteten aber nicht alle Vollzeit. Der im Frühjahr als erstes engagierte Manager sprang überraschend wieder ab. Oberbürgermeister Frank Dehmer erklärt, dass diesen Mittwoch eine Person angefangen habe, eine weitere erwarte man zum 1. Oktober. Der OB hofft darauf, dass das Team bald komplett ist, denn die „Abdeckung“ der geschätzt rund 420 Betroffenen in Geislingen könne aufgrund des Personalmangels noch nicht funktionieren. „Ich weiß aber, wie schwierig es allgemein ist, Sozialarbeiter zu finden“, zeigt sich Dehmer verständnisvoll. In der Kreisverwaltung sei man bemüht „nachzulegen“, erklärt Munz. Mit dem zugewiesenen Schlüssel müsse man auskommen – „wir kommen bisher einigermaßen zurecht“.

Bevor im Herbst im Sozialausschuss des Kreistags ein detaillierter Bericht zur bisherigen Arbeit der Integrationsmanager vorgestellt werden soll, könne man nur ein Stimmungsbild abgeben, so Munz: Die Angebote würden durchaus angenommen und genutzt, wobei der Beratungsbedarf sehr unterschiedlich sei. „Betroffene und Ehrenamtliche sind dankbar, dass sie jemanden an der Seite haben, der sie unterstützt.“

Das ist auch Dehmers Eindruck. Man dürfe aber nicht allzu große Wunder erwarten, sagt er. Integration brauche Zeit – „das geht nicht in ein, zwei Jahren“.

Ein Gespräch mit den Geislinger Integrationsmanagern war aktuell nicht möglich; die GZ wird aber noch ausführlich berichten.

Das Integrationsmanagement im Kreis Göppingen

Das Integrationsmanagement ist Bestandteil des Paktes für Integration des Landes. Für zwei Jahre werden Personalkostenzuschüsse gewährt. Wie hoch diese ausfallen, hängt davon ab, wie viele Flüchtlinge in den einzelnen Gemeinden in Anschlussunterbringung leben.

Dem Kreis Göppingen stehen nach ­einer Erhebung von Herbst 2017 zirka 1,6 ­Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung.

Göppingen, Donzdorf, Salach, Eislingen und Ebersbach übernehmen die Aufgabe selbst. Die anderen Gemeinden ­haben sie der Kreisverwaltung übertragen. Mit der für sie zur Verfügung ­stehenden Summe von rund 820 000 Euro können 13,75 Vollzeitstellen finanziert werden. Aktuell gibt es elf Integrationsmanager, der Rest soll im Herbst folgen – Abteilungsleiter Wolfgang Munz geht dann von 16 Mitarbeitern aus.

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