Geislingen Immer mehr Zahnlücken

Stuttgarter Straße 124, 122, 120: Dort tut sich nun die nächste Zahnlücke auf.
Stuttgarter Straße 124, 122, 120: Dort tut sich nun die nächste Zahnlücke auf.
RODERICH SCHMAUZ 13.03.2012
Entlang der Stuttgarter Straße in Altenstadt nehmen die Zahnlücken zu. Marode Gebäude werden abgerissen, in der Hoffnung auf Investoren. Doch bisher dienen die Baulücken allenfalls als Parkplätze.

Derzeit werden an der Stuttgarter Straße, der Hauptverkehrsachse durch Altenstadts Zentrum, wieder zwei baufällige Häuser abgebrochen, unter anderem das "Hexenhäuschen". Die Stadt erwirbt solche Objekte zum Grundstückswert - oder gar nicht, erläutert Karl Vogelmann, der das Stadtbauamt leitet. Solche Entwicklungsflächen nehmen zu und fallen erst mal als Baulücken ins Auge.

Vogelmann teilt die Marschroute von Oberbürgermeister Wolfgang Amann, der jüngst vor Gewerbetreibenden gesagt hat: "Lieber Zahnlücken als ein völlig faules Gebiss." Vogelmann hält Baulücken ebenfalls für das kleinere Übel. An einer viel befahrenen Durchgangsstraße wie der B 10 sei das Erscheinungsbild der Bebauung wichtig. Es präge das Image der Stadt. "Vergammelte, hässliche Bruchbuden" seien da schädlich. Freie Flächen seien wiederum ein Signal an potenzielle Investoren. Vogelmann hofft, dass Bauvorhaben bei der Martinskirche den Anstoß für weitere Vorhaben geben. Leider würden oft private Grundstücksbesitzer durch völlig utopische Preisvorstellungen erfolgversprechende Entwicklungen blockieren, bedauert er.

Die Zahnlücken der Reihe nach:

Um die Martinskirche ist noch gähnende Leere. Doch will ein Privateigentümer nach den Osterferien mit dem ersten Neubauvorhaben beginnen. Der Stadt gehört nur eine Fläche, um einen Vorplatz zur Kirche gestalten zu können.

Zwischen den Gebäuden Stuttgarter Straße 144 (früherer Erotikshop) und 134 (Asia Wok) hat die Stadt mehrere kleine Häuser aufgekauft und abbrechen lassen. 650 Quadratmeter gehören ihr dort.

Derzeit werden die Gebäude Stuttgarter Straße 124 (Hexenhäuschen), 122 (dahinter) und 120 abgerissen. Später wird hier eine Straße angelegt. Mit dem Gelände fängt die Stadt ohne das Grundstück mit dem Haus 118 wenig an. Doch dessen auswärtiger Eigentümer hat Preisvorstellungen, aufgrund derer Vogelmann die Verhandlungen sofort beendet hat. Weiter in Richtung Osten bis zur Schlachthofstraße gehören zwei abgeräumte Grundstücke bereits der GSW bzw. der Stadt.

Oberhalb der Volksbank gibt es seit drei Jahren einen schönen Parkplatz. Auf dem 2700 Quadratmeter großen Gelände, das Nel-Mezzo-Investor Ten Brinke für 690 000 Euro von der Stadt gekauft hat, sollte ein Ärztehaus entstehen. Mit dem Gesundheitszentrum bei der Helfenstein Klinik ist der Plan gestorben.

Ten Brinke interessierte sich für die Entwicklung des Sternplatzareals an der Springstraße bis zur Saarstraße - sogar H&M soll Interesse gezeigt haben. Das 7300 Quadratmeter große Areal würde den Drogeriemarkt Müller und das insolvente Modehaus Binder mit einschließen. Mit den Privatbesitzern kam Ten Brinke aber (bisher) nicht klar.

Seit vier Jahren sind Stuttgarter Straße 43, 45 und 47 nur Parkplätze. Nur ein Drittel der Fläche, die gemeinsam entwickelt werden sollte, gehört der Stadt.

Das frühere Tankstellengelände vor dem Nel Mezzo, das an die Albwerkstraße grenzt, ist in Privatbesitz. Seit rund fünf Jahren sind 1250 Quadratmeter abgeräumt und leer.