Geislingen an der Steige / KARSTEN DYBA  Uhr
An den bisher geltenden Sperrzeiten bei Geislinger Hock wird nicht gerüttelt. Ein Antrag der Stadtverwaltung wurde am Mittwoch knapp abgelehnt.

Das Vorhaben der Stadtverwaltung hatte schon am Abend zuvor auf der sozialen Plattform Facebook eine heftige Diskussion unter Geislinger Internetnutzern ausgelöst: Die bisher geltende Sperrzeit am Sonntag des Hock-Wochenendes ab 5 Uhr morgens sollte auf drei Uhr morgens ausgeweitet werden. Der Vorstoß der Verwaltung werde von der Polizei und dem Hockverein begrüßt, schrieb Ordnungsamtsleiter Philipp Theiner in der Sitzungsvorlage. Der Grund: In den vergangenen Jahren hatten die Schlägereien und Sachbeschädigungen in der Nacht deutlich zugenommen. Die Verantwortlichen sehen es als Problem an, dass nach Festende um 3 Uhr die umliegenden Kneipen bis 5 Uhr morgens Alkohol ausschenken dürfen, und somit in den morgens beginnenden Tag der Jugend hineingefeiert werden kann. "Ich halte diese Sperrzeitverlängerung für sehr provinziell", grummelte CDU-Stadtrat Werner Ziegler. Die Vertreter des Hockvereins klagten dagegen über den hohen Aufwand für Sicherheitspersonal und Helfer aus den eigenen Reihen. "Letztes Jahr hat man uns Schläge angedroht - das war nicht lustig."

Der Freie-Wähler-Fraktionsvorsitzende Roland Funk warnte vor einem unnötigen Eingriff in die unternehmerische Freiheit des Gaststättengewerbes und der CDU-Fraktionsvorsitzende Holger Scheible wähnte eine Überregulierung, die womöglich nicht zum gewollten Ergebnis führe. "Das artet immer wieder aus", wusste CDU-Stadtrat Hans-Peter Maichle über die Nachstunden nach dem Hock, "und das kommt nicht vom Hock, sondern von den umliegenden Gaststätten, die sich nicht an die Abmachungen halten". Eugen Kübler erinnerte daran, dass derlei Verordnungen auch kontrolliert werden müssten.

Oberbürgermeister Frank Dehmer hatte den Antrag der Verwaltung eigenhändig formuliert: "Uns wäre es lieber, wir müssten das nicht machen." Nach hitziger Debatte um das Für und Wider scheiterte der Antrag knapp: Mit sieben Ja-Stimmen und sieben Nein-Stimmen sowie drei Enthaltungen entstand im Rat ein Patt. Dehmer hofft nun, dass die Randalierer wenigstens über ihr Tun nachdenken.