Fest Hochschulstandort feiert 30. Geburtstag

Geislingen / Kathrin Bulling 19.06.2018
Zur 30-Jahr-Feier des Geislinger Standorts der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt kamen am Samstag zahlreiche Alumni, Studenten und Lehrpersonal.

Harald Enke erinnert sich noch gut an die Anfangszeiten in Geislingen: „Es war so nett hier. Alles war im Aufbau, und die Leute waren so dankbar, dass die Außenstelle kam“, erzählte der ehemalige Professor für Volkswirtschaftslehre. Weil es damals, 1988, noch an Personal fehlte, lehrte der Nürtinger Professor während der ersten zwei Semester in Geislingen VWL. „Hier gab es schon Straßenschilder für die Fachhochschule, bevor überhaupt Studenten da waren – ganz anders als in Nürtingen“, sagte er.

Erinnerungen und Anekdoten wie diese bildeten am Samstag die Struktur, die den gesamten Festtag der Hochschule umwob.

Zum 30. Geburtstag des zweiten HfWU-Standorts kamen dutzende Alumni, Studenten, Professoren, Lehrbeauftragte und Mitarbeiter, tauschten sich aus, lauschten Kurzvorträgen und schlenderten über das Hochschulgelände an der Parkstraße.

Mit der Einrichtung der Außenstelle – damals der Fachhochschulen Nürtingen und Ulm – habe in Geislingen eine neue Ära begonnen, sagte Rektor Andreas Frey in seiner Begrüßung. „Das Land hat damals hochschulpolitisches Neuland betreten.“ Ihn freue besonders, sagte Frey, dass Hermann Seimetz auch da sei; der ehemalige CDU-Landtagsabgeordnete hatte mit den Hochschulrektoren Eduard Mändle und Karl Xander sowie Albwerk-Chef Helmut Roller und Bürgermeister Gerhard Engler den Coup für Geislingen eingefädelt.

Dass sich die Außenstelle in den folgenden Jahren zum zweiten Standort entwickelt habe und Geislingen seit 2005 gar im Hochschulnamen verankert sei, sei etwas, wovon viele Städte träumten, so der Rektor. Aus der Fünftälerstadt sei die HfWU nicht mehr wegzudenken.

Zufrieden lächelnd begrüßte Professor Dr. Valentin Schackmann Alumni seiner Fakultät Wirtschaft und Recht. Seit 17 Jahren arbeite er an der HfWU, erzählte der Prorektor: „Wenn ich sehe, wie sich seither alles entwickelt hat, ist es zauberhaft, dass ich dabei sein darf.“

Professor Dr. Markus Mändle, der Sohn des damaligen Rektors Eduard Mändle, hat familienbedingt einen ganz besonderen Bezug zur Hochschule. „Mein Vater hätte sich über die Entwicklung der HfWU sehr gefreut“, sagte er. Der Hochschulbegründer und Ehrenbürger der Stadt Geislingen war im Dezember 2013 gestorben; an der 25-Jahr-Feier des Standorts hatte er noch teilgenommen.

In den Anfangsjahren sei die Zukunft der Außenstelle keineswegs sicher gewesen, erläuterte Markus Mändle: „Es war ein richtig harter Kampf.“ Das Besondere sei gewesen, dass alle gemeinsam an einem Strang gezogen hätten, um die Hochschule in der Stadt zu halten: Wirtschaft, Politik, die Region und auch die Studenten. Für die Zukunft sei es – wie bisher – wichtig, den Bedarf der Wirtschaft zu erkennen und das Studienangebot entsprechend anzupassen. Mändle: „Das Erfolgsrezept war schon immer, dass man diese Trends gesehen hat. Das zeigt das Beispiel der Nachhaltigkeit, derer wir uns umfassend mit ihren ökonomischen, ökologischen sowie sozialen Aspekten annehmen.“

Die Hoffnung liegt nun darin, die bisherige Entwicklung so fortzuschreiben. Rektor Frey ist nicht bange: Für den neuen Studiengang Wirtschaftspsychologie, der zum Wintersemester startet, gebe es jetzt schon eine Vielzahl an Bewerbern. „Das wird ein weiteres Erfolgsmodell für Geislingen.“

Kerstin Markut würde das Studium an der HfWU jederzeit empfehlen. Die Münchnerin studiert im dritten Semester Wirtschaftsrecht und engagiert sich im Unabhängigen Studierendenausschuss. „Geislingen ist viel persönlicher als eine große Hochschule“, sagte sie. „Ich fühle mich hier sehr wohl.“

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