Ausstellung Geislinger Weihnachtsausstellung wird eröffnet

Stadtarchivar Hartmut Gruber legt letzte Hand an die Exponate der 32. Weihnachtsausstellung im Alten Bau an.
Stadtarchivar Hartmut Gruber legt letzte Hand an die Exponate der 32. Weihnachtsausstellung im Alten Bau an. © Foto: Markus Sontheimer
Kathrin Bulling 02.12.2016

Alle Wege führen durch Geislingen: Wer sich im Berufsverkehr an die B 10 stellt, der könnte tatsächlich den Eindruck gewinnen, dass sämtliche Autos und Lastwagen der Region durch die Fünftälerstadt fahren.

Dass Geislingen nicht nur in der heutigen Zeit, sondern bereits im Mittelalter ein wichtiger Verkehrsknoten war, das macht ab heute die Weihnachtsausstellung der Stadt, des Kunst- und Geschichtsvereins Geislingen und des Veteranenclubs Eybach in der Städtischen Galerie im Alten Bau deutlich. „Hie gut – Geislingen – alle wege! Vom Straßenmarkt zum Verkehrsknoten“ lautet der Titel der Ausstellung, die um 19.30 Uhr mit einer Einführung von Stadtarchivar Hartmut Gruber und von Martin Stahl eröffnet wird.

Der Veteranenclub, der dieses Jahr sein 40-jähriges Bestehen feiert, regte eine Ausstellung zum Thema Mobilität an und stellt selbst rund zwölf historische Fahrzeuge aus. Exponate aus dem Museum werden ergänzt von Leihgaben eines Museums aus dem Ulmer Raum sowie von Geislingern. Es gibt eine Kutsche zu sehen, Modelle zu unterschiedlichen Beförderungsarten –  oder auch zum geplanten und nie realisierten Rhein-Neckar-Donau-Kanal, der durch Geislingen führen sollte. Pflastersteine zeigen, wie die Chausseen der Stadt einmal beschaffen waren.

Die landschaftliche Situation war Ausgangspunkt für die Ausstellungskonzeption. Im Geislinger Talkessel verzweigten sich schon vor Jahrhunderten viele Straßen und schlängelten sich den Talsohlen entlang sowie die Berghänge hinauf. Zoll- und Poststationen führten zur Ansiedlung von Gaststätten und Handwerksbetrieben von Schmieden oder Sattlern. Die Stadt lebte von der Dienstleistung. Die Eisenbahn und der Bau der Steigestrecke im 19. Jahrhundert veränderten alles, erklärt Gruber: „Jeder musste zur gleichen Zeit in den Zug steigen, egal ob Baron oder einfacher Arbeiter – die Reisepläne führten zu einer Demokratisierung.“

Im 20. Jahrhundert gewann das Fahrrad als Verkehrsmittel für die Arbeiterschaft an großer Bedeutung. Umwälzend war die Verbreitung des Automobils. Bereits 1910 gab es eine Karosse der WMF – sie erinnerte noch stark an die bislang gebräuchlichen Kutschen. Mit der Motorisierung und dem Individualverkehr entwickelte sich Geislingen im 20. Jahrhundert zu einem Verkehrsknotenpunkt mit neuer wirtschaftlicher Bedeutung. Der Geislinger Ordnungsamtschef Philipp Theiner spricht von einer enormen Bedeutung für die Stadtentwicklung: „Es ist schon immer relativ viel Verkehr durch die Stadt geflossen. Ich hoffe natürlich wie viele andere, dass die B 10-neu irgendwann um die Stadt herumgeführt wird.“ Dann seien auch andere Arten von Mobilität mit neuen ÖPNV-Angeboten möglich. Dies wird ein neues Kapitel in der Mobilitätsgeschichte Geislingens.

Info Die Ausstellung im Alten Bau ist bis zum 15. Januar zu sehen. Öffnungszeiten: Di bis So 14 bis 17 Uhr, an Heiligabend und Silvester geschlossen. Die ­Eröffnung ist am Freitag um 19.30 Uhr.