Sonne Center Gastkommentar zur Zukunft des Sonne-Centers: „Hauptsache Qualität!“

Für das Sonne-Center in der Fußgängerzone brechen wohl neue Zeiten an.
Für das Sonne-Center in der Fußgängerzone brechen wohl neue Zeiten an. © Foto: Markus Sontheimer
Geislingen an der Steige / Alexander Doderer 15.09.2017
Die Meldung, dass das Sonne-Center teilweise zwangsversteigert wird, hat für Wirbel gesorgt. Es ist aber auch eine Chance, sagt Stadtmarketing-Experte Alexander Doderer.

Viele deutsche Innenstädte leiden unter Bausünden der 1970er und 80er Jahre, die in ihrer ganzen Wucht so manche Fußgängerzone dominieren. Was damals als „modern“ galt, war es auch: Einkaufen im Zentrum, möglichst breite Sortimente, alles in einem Komplex. Doch die Zeiten haben sich gründlich geändert! Es ist nicht nur die Architektur, die uns heute befremdet, es ist vielmehr unser Konsumverhalten, was sich fundamental verändert hat.

Unser Wohlstand befindet sich heute auf einem völlig anderen Niveau. In den 1990er Jahren haben wir gelernt, was Convenience-Shopping ist, und seit 15 Jahren wissen wir, wie Online-Shopping geht. Für Innenstädte, insbesondere Fußgängerzonen, eine ganz schwierige ­Situation. Wir alle besuchen Innenstädte immer seltener zum Einkaufen, viel eher schon, um uns mit Freunden zu treffen.

Geislingen mit seinen sechs „Einkaufs-Hotspots“ erlebt zudem eine schwierige Verteilung der städtischen Kaufkraft. Doch den Gegebenheiten lässt sich durchaus auch Positives abgewinnen: So fließen der Stadt nach der neuesten Unter­suchung der IHK Stuttgart vom September immerhin 40,5 Prozent Kaufkraft von außerhalb zu. Dieses Ergebnis steht in direktem Zusammenhang mit dem City-Outlet.

Baut man jetzt gedanklich die Achse Sonne-Center/City-Outlet auf – so wie wir diese anlässlich des verkaufsoffenen Sonntags 2016 erlebt haben –, dann ist klar, dass als Gegenpol zum Outlet ein starker Magnet am Ende der Fußgängerzone für alle Anreiner eine positive Entwicklung wäre. Bleibt zu hoffen, dass der oder die neuen Besitzer des Sonne-Centers Magnetwirkung mit Qualität gleichsetzen. Außen, innen, beim Personal und bei den Sortimenten. Wenn auch auf diese Weise Bewegung in die Stadt kommt, ist das eine gute Sache. Die Geislinger hätten’s verdient!