Der Tod einer geliebten Person ist schwer zu ertragen. Der ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst der Malteser hilft ehrenamtlich betroffenen Menschen. Die leitende Koordinatorin Karen Straubmüller und ihr Team begleiten Familien, in denen ein Kind oder ein Jugendlicher an einer lebensbedrohlichen oder lebensbegrenzenden Erkrankung leidet. „Wir begleiten auch Familien, wenn ein Elternteil schwer erkrankt ist, und haben da den Fokus auf die Kinder gerichtet“, sagt sie.
Straubmüller betont, dass Familien bereits Unterstützung ab der Diagnosestellung erfahren. Somit seien die Ehrenamtlichen über Monate oder Jahre begleitend für die Familien da, auch bis über den Tod einer geliebten Person hinaus. Angeboten werden zum einen Einzelbegleitungen für trauernde Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Die Ehrenamtlichen suchen gemeinsam mit den Familien nach Möglichkeiten zur Unterstützung und Entlastung im Alltag.

Kinder lernen in Trauergruppe, dass sie nicht die Einzigen sind

Ein weiteres Angebot sind die kostenfreien Trauergruppen, speziell für Kinder (6 bis 12 Jahre), Jugendliche (13 bis 18 Jahre) und für verwitwete Mütter und Väter, bei denen Kinder oder Jugendliche im Haushalt leben. Diese Gruppentreffen finden einmal im Monat statt. Wenn jemand verstirbt, sind die Ehrenamtlichen in der Zeit des Abschiedsnehmens und bei der Begleitung der Trauerfeier mit dabei, berichtet Straubmüller. Das Ziel sei es, von der Einzelbegleitung in die Trauergruppe überzuleiten. „Dort erfahren die Kinder und Jugendlichen zum einen, dass sie nicht die Einzigen sind, die mit so einer Situation konfrontiert werden und die Kinder profitieren sehr von dem Austausch untereinander“, sagt sie. In den Gruppen können die Kinder ihre Trauer ausdrücken, was sie in ihrem Alltag meist so nicht könnten. Nach einem halben bis ganzen Jahr würden die meisten feststellen, dass sie ihren Weg ohne die Gruppe weitergehen könnten. Andere hätten einen längeren Bedarf.

Teilnehmer der Betreuung sollen aus neuen Kraftquellen schöpfen

Die Gruppenbetreuung soll dafür sorgen, dass die Kinder, Jugendlichen und auch Erwachsenen Stärken und Freude aus neuen Kraftquellen schöpfen. Mit kreativen Methoden soll den Kindern dabei geholfen werden: Dazu gehört das Gestalten einer Kerze, die bei einer Trauerfeier entzündet wird, gemeinsame Back- und Kochstunden, das Basteln eines Traumfängers und Ausflüge in einen Kletterpark. Den Eltern wird in den Gruppen geholfen, wie sie den Alltag weiter aufrechterhalten können. „Kinder haben unterschiedliche Ausdrucksweisen, um ihrer Trauer freien Lauf zu lassen“, sagt Straubmüller. Mittels eines Austauschs soll so den Eltern geholfen werden, neben der eigenen auch mit der Trauer des Kindes umgehen zu können. Wegen der Corona-Pandemie sind die Gruppentreffen aktuell ausgesetzt, finden aber digital statt. Die Betroffenen werden in Videochats betreut und die Kinder per Telefon und sie bekommen auf postalischem Weg Material zugesendet.

Weitere Trauerbegleiterin will sich qualifizieren

Aktuell sind sechs Ehrenamtliche, die im Vorfeld eine Trauerqualifizierung absolviert haben, im Einsatz, um Kinder und Erwachsene zu unterstützen. Da die Angebote kostenfrei sind, sind die Malteser auf Unterstützung angewiesen. Im nächsten Jahr möchte sich eine weitere Ehrenamtliche qualifizieren. Dafür müsse sie an einem Trauerbegleitungskurs teilnehmen, der an drei verlängerten Wochenenden stattfindet. Um ihr diesen Weiterbildungskurs zu finanzieren, wendet sich der ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst der Malteser an die Weihnachtsaktion der GZ und bittet um Spenden. „Es ist wichtig für alle Menschen, die in Trauer sind und Unterstützung brauchen, da sollte es nicht an finanziellen Mitteln scheitern“, sagt Karen Straubmüller.