Geislingen GZ-Ausflug: Weinseliges Abenteuer

Geislingen / Claudia Burst 13.08.2018

Es war ein langer Tag, der GZ-Ausflug am Samstag nach Gundelsheim. Aber nicht wegen zu viel Programm, sondern wegen des „Abenteuers Bahnfahren“ mit zwei ungeplanten Stunden Wartezeit. Eine Stunde bei der Hinfahrt auf dem Neckarsulmer Bahnhof, weil der dortige Anschlusszug kurz zuvor davongefahren war. Und eine weitere Stunde während der Rückfahrt in Heilbronn. Wegen eines Böschungsbrandes mit Feuerwehr einsatz hatte die Bahn den Strom abgedreht, später gab es dann noch außerplanmäßigen Personalwechsel im Führerstand der Lok, und in Stuttgart schließlich war wieder der Anschlusszug kurz vor Ankunft der Geislinger davongefahren.

Die 107 GZ-Ausflügler blieben gelassen. „Von so was lassen wir uns die Laune nicht verderben“, sagte eine Ausflüglerin und brachte damit die gute Stimmung den ganzen Tag über bei bestem Ausflugswetter auf den Punkt. Immerhin waren sie alle trotz der Verspätung in Gundelsheim wie Ehrengäste empfangen worden. Das Städtchen zeigte Gastfreundschaft ohnegleichen.

Die drei Gundelsheimer Stadtführer – die Wirtsfrau zum Güldenen Löwen, der Komtur des hohen Deutschen Ordens Johann Christoph von Buseck persönlich sowie der „Wengerter Karl“ – holten ihre Gäste vom Bahnhof ab und empfingen sie herzlich mit Secco und Butterbrezeln auf dem Platz vor dem modernen Gundelsheimer Rathaus.

Im richtigen Leben heißen die drei Gästeführer Marlene Haag, Michael Schlosser und Klaus Liebler, aber ihre Stadtführer-Namen und bei den ersten beiden auch die Kostümierung, versprachen bereits Rundgänge der etwas anderen Art.

Die Geislinger, die der Wirtsfrau folgten, erlebten Gundelsheim, die Deutschordensstadt, in humorvoller Entdeckungstour zu den Ursprüngen gängiger Sprichwörter. Dabei erzählte die Wirtin „aus ihrem Nähkästchen“, etwa über Götz von Berlichingen, der in ihrem Gasthaus zur Zeit der Bauernkriege zum „Feldhauptmann“ ernannt worden war.

Die zweite Gruppe folgte dem Komtur, dem Verantwortlichen des Deutschordens in Gundelsheim höchstselbst. Der konnte seinen Zuhörern viel Historisches aus persönlicher Sicht vermitteln.

Der „Wengerter Karl“ präsentierte seiner Gruppe die Gundelsheimer Originale in den engen Gassen der Altstadt mit ihren schön erhaltenen Fachwerkhäusern. Als alteingesessener Gundelsheimer hatte der 70-Jährige tausend Anekdoten parat. Aus der fernen Vergangenheit genauso wie aus seiner eigenen Lebensgeschichte, etwa damals im „Schüle“ bei den „Schwestern“. Auf diese Weise gab es bei der gesamten Führung viel zu lachen.

All das Wissenswerte und Schöne des Städtchens wie das prächtige Schloss Horneck und seine abwechslungsreiche Geschichte bis in die jüngste Vergangenheit, die Zehntscheuer, der ehemalige Lustgarten, der sich heute als attraktives Terrassenfreibad präsentiert und all die vielen Details in und bei den Gässchen erfuhren die Geislinger quasi nebenbei. Und sogar ausgesprochen entspannt, sogar „erotisiert“. Das war den drei Weinproben zu verdanken, die in die Stadtführung mit eingebaut waren und – laut „Wengerter Karl“ – diese Wirkung zeigen.

Vielleicht waren auch diese Weinproben der Grund, dass die Bahn-Abenteuer auf der Rückfahrt derart entspannt hingenommen wurden. Außerdem hatte die GZ ja wieder den Bahn-Fachmann Korbinian Fleischer engagiert. Da wussten alle, dass sie schließlich heil heimkommen würden.

Gundelsheim und das Programm für Bad Waldsee

Gundelsheim mit Schloss Horneck liegt am Neckar inmitten von Weinbergen. Das verträumte Städtchen hat eine über 1250-jährige Geschichte, geprägt vom Deutschritterorden. Selbst bezeichnet sich Gundelsheim als „herzlich, kulinarisch und gastfreundlich“.

Bad Waldsee ist das Ziel des GZ-Ausflugs am kommenden Samstag, 18. August. Die Stadt zwischen den beiden Seen wurde urkundlich erstmals 926 erwähnt. 1298 erhielt Bad Waldsee das Stadtrecht. Heute ist die Kur- und Badestadt ein Gesundheitszentrum in Oberschwaben mit hohem Freizeitwert, deswegen auch beliebtes Ausflugsziel.

Die GZ-Leser werden sowohl das Städtchen als auch das außergewöhnliche Hymer Museum für mobiles Reisen kennenlernen. Für den Ausflug gibt’s noch ein paar wenige Karten bei der GZ. ra

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