Geislingen an der Steige GSW will erst modernisieren, dann neu bauen

In der Oberböhringer Straße 13 bis 15 in Geislingen werden zurzeit die Fassaden saniert. Dies ist eine von vielen Maßnahmen zur Instandhaltung und Modernisierung, die die GSW in der vergangenen Zeit in Angriff genommen hat.
In der Oberböhringer Straße 13 bis 15 in Geislingen werden zurzeit die Fassaden saniert. Dies ist eine von vielen Maßnahmen zur Instandhaltung und Modernisierung, die die GSW in der vergangenen Zeit in Angriff genommen hat. © Foto: Markus Sontheimer
Geislingen an der Steige / Isabelle Jahn 26.06.2018
Die Geislinger Siedlungs- und Wohnungsbau GmbH hat ihren Geschäftsbericht für 2017 vorgestellt. Der Leerstand geht weiter zurück, die Mieten steigen.

Wir werden unserem Auftrag, bezahlbares Wohnen zu schaffen, zu 100 Prozent gerecht“, sagt Hansjörg Hagmayer. Der Geschäftsführer der Geislinger Siedlungs- und Wohnungsbau GmbH (GSW) meint, daran ändere auch eine weitere Erhöhung der Durchschnittsmiete einer GSW-Wohnung nichts, die zur Zeit 5,05 Euro pro Quadratmeter beträgt (Vorjahr 4,76 Euro). Man liege noch weit unter dem Durchschnitt – „die GSW braucht sich nicht verstecken“, sagt Hagmayer, der jüngst im Gemeinderat den Geschäftsbericht 2017 vorgestellt hat.

Ein Grund für die Mieterhöhung ist, dass einige Gebäude mit sehr günstiger Miete – insbesondere in den Bruckwiesen – weggefallen sind. Man habe die „billigen Häuser“ abgebrochen, weil sie energetisch eine Katastrophe gewesen seien, erklärte Hagmayer. Insgesamt wurden 50 Wohnungen abgerissen und 14 Wohnungen aufgrund von  leerstehenden Einheiten und geplantem Abbruch stillgelegt. Damit besitzt die GSW aktuell 1504 Mietwohnungen.

Auch auf die Vermietung haben Abbruch und Stilllegung der Häuser ihre Auswirkung: Immer weniger GSW-Wohnungen stehen leer – die Leerstandsquote hat sich auf 3,7 Prozent im Vergleich zu 6,8 Prozent im Vorjahr verringert. Vor zehn Jahren seien noch 11 Prozent der Wohnungen unbewohnt gewesen, verdeutlicht Hagmayer die Verbesserung der Situation. Im Falle einer Sanierung lasse sich vorübergehender Leerstand jedoch nicht vermeiden. Freie Wohnungen in modernisierten Gebäuden konnten 2017 in der Regel zügig wieder vermietet werden. Das Ziel ist laut dem GSW-Geschäftsführer, den Leerstand weiter zu reduzieren und bis Jahresende zu halbieren.

In einem guten Zustand lassen sich Wohnungen besser vermieten. Mit rund 3,07 Millionen Euro investierte die GSW großzügig in die Instandhaltung und Modernisierung von Gebäuden. Insgesamt wurden laut Hagmayer 38 Wohnungen inklusive Sanitäranlagen saniert. So wurde zum Beispiel das Wohn- und Geschäftshaus in der Achalmstraße 2 vollständig entkernt und für den neuen Mieter umgebaut: Dort befindet sich jetzt die Mutter-Kind-Wohngruppe „Anakina“ der Vinzenz von Paul GmbH (wir berichteten).

Bruckwiesen: Neubau erst 2019

Damit sich in der Südmährerstraße die Parksituation verbessert, wurden dort 31 Einzelgaragen aufgestellt. Dabei wurden auch Stellflächen und Zufahrten für die Feuerwehr errichtet. Nachdem der Großteil der Wohnanlagen energetisch modernisiert wurde, werden zur Zeit in der Oberböhringer Straße noch die Fassaden der Gebäude 13 bis 15 saniert. Außerdem sollen in der Überkinger Straße bald neue Häuser entstehen. Die Neubebauung der Bruckwiesen verschiebt sich auf voraussichtlich Mitte 2019. Bevor man mit Neubau-Projekten starte, wolle man die Modernisierungen abschließen, sagte Hagmayer.

Der Bilanzgewinn liegt mit rund 495 000 Euro deutlich unter den 1,58 Millionen Euro im Vorjahr. Die GSW habe seinerzeit zahlreiche Gebäude verkauft, erklärte Hagmayer die große Differenz. Der Kurs hat sich geändert: „Wir wollen nichts mehr verkaufen“, sagt der Geschäftsführer. Die Nachfragesituation wird sich nach dessen Einschätzung in nächster Zeit nicht wesentlich verändern. Daher wolle man den Wohnungsbestand zur Zeit weder vergrößern noch verringern.

Oberbürgermeister Frank Dehmer zeigte sich in der Gemeinderatssitzung zufrieden mit der Entwicklung der Wohnungsgesellschaft: „Die GSW hat sich von einem schwindsüchtigen Kind zu einem properen Mädchen gemausert.“

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel