Arena Großer Bahnhof beim SC Geislingen

Die Albwerk-Arena bietet dem SC Geislingen neue Möglichkeiten in der Jugendarbeit.  Foto: Markus Sontheimer
Die Albwerk-Arena bietet dem SC Geislingen neue Möglichkeiten in der Jugendarbeit. Foto: Markus Sontheimer © Foto: Markus Sontheimer
Jochen Weis 13.10.2016
Großer Bahnhof am Wochenende im Eybacher Tal: Der SC Geislingen feiert die Eröffnung der Albwerk-Arena und des Kunstrasenplatzes. Zwei Mammutprojekte, die den Weg in die Zukunft weisen.

Dort, wo sich einst ein zerfurchter Hartplatz befand, der in Form und Farbe eher an die Marsoberfläche erinnerte denn an ein Trainingsgelände für Kicker, nimmt  nun ein 90 mal 47 Meter großer Kunstrasenplatz den Raum ein. Und dort, wo einst Tennisspieler auf rotem Sand ihre Bälle schlugen, erhebt sich nun eine Freilufthalle, die „Albwerk-Arena“, ebenfalls mit einem Kunstrasenfeld versehen, 30 mal 15 Meter groß: Mit diesen beiden Projekten hat der SC Geislingen eine Vision verwirklicht, die den Verein für die Zukunft fit machen soll. Die Vision eines Sportparks im Eybacher Tal. Am Wochenende ist Eröffnung.

„Alles für die Jugend“, sagt Fußball-Abteilungsleiter Andreas Strehle: „Unsere primäre Intention ist die Nachwuchsförderung.“ Je besser die Trainingsmöglichkeiten sind, desto stärker profitiert davon auch der Aktivenbereich, „unser Ziel ist es, unsere erste Mannschaft mit Spieler aus der eigenen Jugend zu bestücken“.

Daran war bislang im Traum nicht zu denken: mangels Kapazitäten musste der SC immer wieder Kinder wegschicken, weil der Verein schlicht und ergreifend keine Kapazitäten mehr hatte. Was eben daran lag, dass der alte Hartplatz nicht mehr bespielbar und die beiden Rasenplätze damit völlig überbelastet waren. Besonders prekär wurde die Lage, wenn die Rasenplätze wetterbedingt nicht mehr bespielbar waren – und keine Ausweichfläche zur Verfügung stand.

Dank der neuen Möglichkeiten mit Arena und Kunstrasenplatz bekommt zudem die Zusammenarbeit mit dem Fußball-Zweitligisten 1. FC Heidenheim im Nachwuchsbereich einen ganz neuen Stellenwert. Jugendspieler, die an der Brenz nicht auf Anhieb den Durchbruch schaffen, können zum SC wechseln und finden nun auch dort ideale Bedingungen vor. Eine Win-Win-Situation für beide Klubs, wie SC-Chef Reinhard „Eia“ Binder betont, „die Spieler können sich in Geislingen entwickeln und empfehlen, denn sie stehen weiterhin im Fokus der Heidenheimer.“

Selbstredend sind auch die Aktiven des SC – zuvorderst das Landesliga-Team – Nutznießer der neuen Infrastruktur. Bislang waren das große Problem die fehlenden Trainingsmöglichkeiten im Winter – in der starken Staffel II der Liga ein gravierender Standortnachteil. Mit dem Kunstrasenplatz hat sich zumindest diese Sorge erledigt. Was  nicht gerade ein Nachteil ist in der aktuellen sportlichen Situation, in der sich das Tabellen-Schlusslicht schnellstmöglich aus der Krise befreien muss.

Allerdings profitiert nicht nur der SC von seinem neuen Sportzentrum – gerade nachdem die Wölkhalle erneut den Geislinger Sportvereinen im Winter nicht zur Verfügung steht. Wenn im November die Freiluftsportarten in die Hallen drängen, wird die Lage wieder kritisch. „Wir haben soweit wie möglich Hallenzeiten unserer Jugendmannschaften an die Stadt abgegeben und weichen in die Arena aus“, sagt Binder.

Damit entspannt sich für die anderen Vereine – allen voran der TV Altenstadt und die TG Geislingen – die Lage zumindest etwas. Die Freiluft-Arena lässt sich auch bei Minusgraden nutzen. Gerade beim Fußball sei eine geschlossene Halle nicht zwingend, versichert Strehle. Beim Nachwuchs gehe es in erster Linie darum, dass sich die Kinder bewegen und dabei ihre motorischen Fähigkeiten entwickeln. Umkleide-Kabinen sowie sanitäre Anlagen gibt es gleich nebenan im Tribünen-Gebäude.

Die Nutzung der multifunktionalen Arena bleibt zudem nicht auf den SC beschränkt, auch andere Vereine, Schulen oder Freizeitteams können sich einbuchen. „Damit erhoffen wir uns eine Strahlkraft auf die gesamte Region“, sagt Binder, Anfragen gebe es bereits.

Dass es dem SC verdammt ernst ist mit seinem Sportpark-Projekt, zeigen bereits die Investitionen, die der 600 Mitglieder starke Verein – davon etwa die Hälfte Kinder und Jugendliche – auf sich nimmt: der Kunstrasenplatz ist mit 350 000 Euro veranschlagt. Vom Württembergischen Landessportbund (WLSB) kommen 37 500 Euro an Zuschüssen, von der Stadt Geislingen 58 000 Euro, über Rasenpatenschaften strebt der SC 80 000 Euro an, aktuell liegt der Pegel bei rund 53 000 Euro, 40 000 Euro hat der Verein in Eigenleistungen erbracht. Der Rest ist kreditfinanziert.

Die Albwerk-Arena wiederum wird den SC 375 000 Euro kosten, davon sind ebenfalls 58 000 Euro über einen städtischen Zuschuss finanziert, 33 000 Euro kommen vom WLSB, der Wert der Eigenleistungen beläuft sich auf 10 000 Euro. Den Rest muss der SC wiederum über einen Kredit stemmen. Die Namensrechte an der Arena hat sich der Geislinger Energieversorger zunächst für drei Jahre gesichert, über den Betrag haben – so Binder – beide Seiten Stillschweigen vereinbart.

Großes Festprogramm

Feier An diesem Wochenende ist große Eröffnungsfeier für Kunstrasen-Platz und Albwerk-Arena auf dem SC-Gelände  im Eybacher Tal. Auftakt ist bereits morgen, Freitag, mit einem internen „Dankeschön-Abend für Helfer und Förderer“. Die offizielle Eröffnungsfeier läuft dann an den beiden folgenden Tagen.

Programm Mit Grußworten von SC-Chef Reinhard „Eia“ Binder, Geislingens Oberbürgermeister Frank Dehmer, Armin Schelian vom Albwerk und Michael Sindel als Vertreter der Firma McArena – sie hat die Halle gebaut – startet am Samstag um 10.30 Uhr der offizielle Teil. Um 11.30 Uhr ist ein Prominenten-Spiel, unter anderem laufen OB Dehmer, Geislingens Kämmerer Bernd Pawlak, der SPD-Landtagsabgeordnete und Gemeinderat Sascha Binder sowie die Fraktionsvorsitzenden auf. Um 17 Uhr ist ein Volleyballspiel zwischen TV Eybach und SC Geislingen. Ansonsten sind die beiden Tage – Beginn am Sonntag ist um 10 Uhr – prall gefüllt mit Fußballspielen der SC-Nachwuchsteams sowie (am Samstag ab 14 Uhr) einem Freizeit-Turnier.

Online Mehr Infos unter www.sc-geislingen.de

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