Der Hund, der am 9. November 2019 einen anderen Hund in Geislingen gebissen und tödlich verletzt hat und einen Menschen zudem an der Hand durch einen Biss verletzt hat, ist vom Geislinger Ordnungsamt als gefährlicher Hund im Sinne der Polizeiverordnung eingestuft worden. Dies teilt die Stadtverwaltung mit.

Geislingen

„Das haben wir unmittelbar nach dem Vorfall veranlasst“, sagt Philipp Theiner, der Leiter des Geislinger Ordnungsamtes. „Der Hund ist von der Rasse her nachgewiesenermaßen kein sogenannter Listenhund im Sinne der landesweit geltenden Polizeiverordnung und dem Ordnungsamt lagen auch bislang keinerlei Hinweise oder Anzeigen dahingehend vor, dass dieser spezielle Hund zuvor für Probleme gesorgt hat.“

Halter des gefährlichen Hundes besaß zwei Listenhunde

Der Stadt liege ein amtstierärztliches Gutachten vor, das bestätige, das der Mischling nicht als Listenhund gelte, erklärt Theiner gegenüber der GZ. Diesen Nachweis habe man als Behörde bereits vor längerer Zeit bei dem Besitzer angefordert, der in der Vergangenheit zwei Listenhunde besaß. „Da gab es den Verdacht, dass der dritte auch ein Listenhund sein könnte“, sagt Theiner. Die Vermutung habe sich jedoch nicht bestätigt. Die zwei Listenhunde habe der Besitzer mittlerweile abgegeben.

„Nach der Polizeiverordnung können auch Hunde die keine Listenhunde sind, nachträglich jederzeit von der Ortspolizeibehörde als gefährlich eingestuft werden, wenn konkrete Anhaltspunkte hierfür vorliegen“, erläutert Theiner in der Mitteilung der Stadt. Dies sei insbesondere dann der Fall, wenn Hunde bissig sind, in aggressiver oder gefahrdrohender Weise Menschen oder Tiere anspringen oder diese zum unkontrollierten Hetzen oder Reißen von Wild, Vieh oder anderen Tieren neigen. Diese Voraussetzungen liegen nach dem Vorfall am 9. November und nach Auswertung der Polizeiberichte durch das Ordnungsamt vor.

Nach tödlichem Biss in Geislingen: Hund muss Maulkorb tragen

Auf den Besitzer kommen damit nun verschärfte Haltungsauflagen zu: Außerhalb der eigenen Wohnung darf der Hund künftig nur noch stets angeleint und mit einem Maulkorb versehen ausgeführt werden. Außerdem muss der Halter gegenüber dem Ordnungsamt nachweisen, dass er für dessen ausbruchsichere Haltung vorgesorgt hat.

Bei Verstoß gegen Auflagen kann Hund beschlagnahmt werden

Auch die Hundesteuer steigt für ihn nun mit der Einstufung: Der Hundesteuerregelsatz für Kampfhunde und gefährliche Hunde beläuft sich in Geislingen derzeit auf 900 Euro im Jahr. Sollte der Halter gegen die vom Ordnungsamt verhängten Auflagen verstoßen, droht im Einzelfall ein Zwangsgeld in Höhe von 1800 Euro, was dem zweifachen Jahreshundesteuersatz entspricht.

Je nach Schwere und Häufigkeit von Verstößen gegen nachträglich angeordnete Haltungsauflagen prüft das städtische Ordnungsamt auch regelmäßig die polizeirechtliche Beschlagnahme und Einziehung von gefährlichen Hunden, sollten sich deren Halter als unzuverlässig erweisen.