Geislingen an der Steige Getobt, gepöbelt und nun die Quittung gekriegt

Geislingen an der Steige / STEFANIE SCHMIDT 19.02.2016
Bei einer Polizeikontrolle in Stuttgart leistete ein junger Mann aus Treffelhausen massiven Widerstand gegen zwei Beamte. Nun gab's die Quittung.

Alles fing mit einer Bagatelle an: Ein 18-Jähriger aus Treffelhausen überquerte im Dezember 2014 eine mehrspurige Fußgängerbucht in Stuttgart-Heslach, obwohl mehrere Fußgängerampeln Rot anzeigten. Weil er mit dem Handy telefonierte, achtete er nicht auf den Verkehr. Ein Bus musste stark bremsen, um ihn nicht zu überfahren.

Zwei Polizisten, die den Beinahe-Unfall gesehen hatten, wollten dem Mann ins Gewissen reden. Weil sie nicht ausschließen konnten, dass sich beim Bremsmanöver ein Passagier im Bus verletzt haben könnte, wollten sie zudem die Personalien des 18-Jährigen aufnehmen.

An das, was dann folgte, will sich der Angeklagte nicht mehr genau erinnern können: Er könne die Vorwürfe weder abstreiten noch bestätigen. Laut den Zeugenaussagen der Beamten habe sich der Mann von Anfang an über die Polizeikontrolle lustig gemacht: "Er hat sich dumm gestellt und ständig provoziert." Seinen Namen habe er nicht nennen wollen, einen Ausweis nach eigenem Bekunden nicht dabei gehabt.

Als der 18-Jährige schließlich weglaufen wollte, sei die Situation eskaliert. Weil die Polizisten ihn festhielten, habe er "wie wild um sich geschlagen" und versucht, sich mit aller Kraft aus dem Griff der Beamten herauszuwinden. Nur mit größter Mühe sei es ihnen gelungen, dem 18-Jährigen Handschellen anzulegen und in den Streifenwagen zu verfrachten. Einer der Polizisten erlitt während des Gerangels durch einen Ellenbogenschlag eine Verletzung am Oberarm. Auf der Fahrt zur Dienststelle habe der Angeklagte herumgeschrien und sich immer wieder vom Rücksitz rutschen lassen. Auf dem Revier durchsuchten die Beamten den Angeklagten und fanden seinen Führerschein.

Nachdem sie seine Personalien aufgenommen hatten, durfte er wieder gehen - und nun wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte in Tateinheit mit Körperverletzung zur Verhandlung am Geislinger Amtsgericht erscheinen. Richterin Gabriela Stuhler verurteilte ihn zu 40 Stunden gemeinnütziger Arbeit und einer Zahlung von 100 Euro an die Polizeistiftung. Das Jugendstrafrecht anzuwenden, sei ihr leicht gefallen, sagte Stuhler in der Urteilsbegründung. "Sie haben sich verhalten wie ein trotziges Kind, keinesfalls wie ein Erwachsener - nicht einmal wie ein 18-Jähriger."

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