Tiere Gerissenes Schaf liegt tot auf der Weide

„Nicht verwertet“: Das tote Schaf im Aurain.  Foto: Roll-Russ
„Nicht verwertet“: Das tote Schaf im Aurain. Foto: Roll-Russ © Foto: Foto: Roll-Russ
Karsten Dyba 03.11.2016

Eines stellt die Wildtierbeauftragte des Göppinger Landratsamts, Patricia Brandbeck, von vornherein klar: Ein Wolf war es nicht – auch wenn ein solcher vor einem Jahr auf der Alb gesichtet wurde. Derzeit sei aber nicht bekannt, dass hierzulande ein solcher herumstreune. Im Aurain muss aber ein Kampf stattgefunden haben, berichtet die Besitzerin der Schafherde, die eines ihrer Lämmer am Samstag tot auf der Weide vorgefunden hat. Anzeichen dafür: „Die Schafe – es sind Heidschnucken – sind sehr schnell“, berichtet Gisela Roll-Russ, und dennoch sei die Herde total zerstört gewesen, obwohl sie auf dem großen Grundstück genug Platz zum Ausweichen und Fliehen gehabt hätten. „Da zur gleichen Zeit im Täle ein gerissenes Rehkitz und verschiedene Attacken auf Schaf- und Ziegenherden festgestellt wurden, ist dies kein Einzelfall“, ist Roll-Russ überzeugt. Wollfetzen deutet sie als Kampfspuren. Da die Präsenz eines umherstreifenden Wolfes derzeit nicht bekannt sei, müsse es sich um Angriffe von Hunden handeln. „Wir haben schon öfter solche Schäden durch Hunde gehabt, berichtet Roll-Russ. Sie  appelliert deshalb an alle Hundebesitzer, ihre Tiere im Freien anzuleinen und vorsichtig zu sein.

In den bekannten Fällen gerissener Tiere ermittele derzeit der Polizeiposten Deggingen, berichtet Polizeisprecher Rudi Bauer. „Wir halten Augen und Ohren offen.“ Luchse scheiden als Täter aus, versichert die Wildtierbeauftragte des Kreises. Sie würden keine Schafherden angreifen und in Panik versetzen. Er zieht stattdessen seine Beute – in der Regel Einzeltiere – weg und versteckt sie. „Der Riss ist nicht verwertet“, sagt Brandbeck über den vorliegenden Fall, das heißt: Das gerissene Schaf wurde nicht angefressen von einem hungrigen Tier. Der Hinterlauf des Schafs wurde offenbar nur gebissen. „Ein wildernder Hund tötet nicht, weil er Hunger hat.“ Entschädigungen für Halter von Nutztieren aus einem Ausgleichsfonds gibt es nur, wenn ein Wolf zugebissen hat.