Geislingen an der Steige Gemeinderat ist solidarisch mit Kaiser-Brauerei

Geislingen an der Steige / ROD 02.10.2014
Einstimmig hat der Geislinger Gemeinderat gestern einen Appell verabschiedet, mit dem er sich für die wirtschaftlich ins Schlingern geratene Kaiser-Brauerei stark macht.

Wie berichtet, hatte bereits wenige Tage nach Bekanntwerden der Insolvenz CDU-Fraktionschef Holger Scheible einen Resolutionsentwurf formuliert. Diese Erklärung soll den Inhabern, den Gebrüdern Kumpf, und den 50 Beschäftigten dieser letzten Geislinger Traditionsbrauerei den Rücken stärken. "Wer regionale Produkte will, muss dementsprechend handeln", appelliert die Resolution vor allem an die Konsumenten: Nur durch ihr Einkaufs- und Verbraucherverhalten könnten die Bürger einen spürbaren Beitrag zur Sicherung dieses mittelständischen Unternehmens leisten, nur so könne in schwieriger gewordenen Märkten die Position heimischer Hersteller gestärkt werden, heißt es in dem Appell.

Oberbürgermeister Frank Dehmer hält die Resolution für gerechtfertigt, weil es sich bei der Kaiser-Brauerei um eine Sondersituation handele: um ein Traditionsunternehmen und um die letzte von einst vielen Brauereien; vor allem mache man sich für regionale Produkte an sich stark. Ebenso argumentierte Scheible: Der Gemeinderat äußere sich ja sonst nicht zu einer Firmeninsolvenz. Bei der Kaiser-Brauerei aber gehe es um viele Arbeitsplätze - direkt und indirekt. Generell sei der örtliche Einzelhandel auf den Zuspruch der Kunden vor Ort angewiesen; ebenso örtliche Firmen, die heimische Produkte anbieten. Beim Bier handelt es sich nach Scheibles Einschätzung zudem um ein "emotionales Produkt", um ein Kulturgut. Er erinnerte an den früheren Werbeslogan des Gewerbevereins, der nichts von seiner Gültigkeit verloren habe: "Hier leb ich, hier wohn ich, hier kauf ich." Thomas Reiff (SPD) ergänzte, die Brauerei sei auch ein Anziehungspunkt in einem Tourismuskonzept.