Kirchenkonzert Gelungene Symbiose von Klang und Optik in Ave Maria

Kommen immer wieder gerne in die Degginger Wallfahrtskirche Ave Maria: (v.l.) der ehemalige Ulmer Münsterorganist Friedrich Fröschle, Claude Rippas, Joachim Jung, Johannes Knoblauch und Uwe Arlt.
Kommen immer wieder gerne in die Degginger Wallfahrtskirche Ave Maria: (v.l.) der ehemalige Ulmer Münsterorganist Friedrich Fröschle, Claude Rippas, Joachim Jung, Johannes Knoblauch und Uwe Arlt. © Foto: Patricia Jeanette Moser
Deggingen / Patricia Jeanette Moser 05.04.2018

Das traditionelle Osterkonzert in der Wallfahrtskirche Ave Maria hat am Ostermontag wieder viele Besucher von weit her nach Deggingen gelockt. Der Kirchenraum war bereits eine Stunde vor Konzertbeginn bis zum letzten Platz belegt. Die Gäste hatten so Zeit genug, die reich verzierte Wallfahrtskirche mit Blicken zu erkunden und sich auf das Konzert einzustimmen. „Anspruchsvolles dürfen Sie erwarten“, so der Hausherr Pater Felix Kraus in seinen Begrüßungsworten. „Innere Zuneigung zum Klang der Musik in Verbindung mit der räumlichen Optik“, wünschte er den Besuchern ehe das festliche Konzert begann. In diesem Sinne verband das Konzert optischen Genuss, den der spätbarocke Kirchenraum bietet mit den passenden Klängen aus der gleichen Epoche.

Das Trompetenensemble Rippas und der ehemalige Ulmer Münsterorganist Friedrich Fröschle eröffneten das Konzert mit „Toccata per il Deo Gratias“ von Giambattista Martini in festlicher Weise. Mit geschlossenen Augen und gefalteten Händen lauschte das Publikum den mächtigen Klängen der Trompeten, Pauken und der Orgel.

Mit seiner feinen Auswahl an Stücken von Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart, Felix Mendelssohn Bartholdy und Francois Theodore Dubois berührte das Konzert durchweg.

Der Mittelteil widmete sich verschiedenen Werken der ­Renaissance. Festlich wurde es bei „Canzon La Maggia“ von ­Florentino Maschera mit drei Trompeten, Pauken und Orgel. Elegant schreitend und verkündend kam dagegen „La Rosignola in Ecco“ von Giovanni Battista Riccio daher, mit zwei Trompeten, Corno, Perkussion und Orgel.

Die beeindruckende Virtuosität der Musiker Claude Rippas, Joachim Jung und Johannes Knoblauch (alle Trompete), Uwe Arlt (Glockenspiel und weitere perkussive Instrumente) und Friedrich Fröschle an der Orgel, fand respektvolle und stille Anerkennung beim Publikum. Das „Ave Maria“ von Giulio Caccini brachte sanfte Trompeten zu Gehör und beeindruckte die Konzertbesucher mit himmlischen Klängen und romantischen Passagen.

Eine Lesung von Pater Felix Kraus brachte den geistlichen Impuls der Ostertage ins Konzert. Von traurigen und heiligen Tagen sprach der Geistliche und stellte dabei die Frage: Was kommt nach Ostern? In den Alltag zurückgekehrt, empfiehlt Pater Felix Kraus den Weg hoffnungsvoll miteinander und nebeneinander zu gehen, aber auch füreinander da zu sein. „Von der Gewissheit des Glaubens geführt, geht Jesus mit uns“, so lautete das Resümee des Geistlichen.

Das Musikstück von Johann Sebastian Bach, „Sinfonia D-Dur aus dem Osteroratorium BWV 249“ erklang wie eine musikalische Bestätigung der Worte des Paters. Erneut festlich klang das Konzert aus.

Das berührte und dankbare Publikum wendete sich stehend in Richtung Orgelbereich und erklatschte sich zwei Zugaben. Das „Halleluja“ von Georg Friedrich Händel erweiterte den Hörgenuss ein weiteres Mal, die Besucher nahmen die festliche Stimmung mit nach Hause. Sitzend ließen einige Konzertgäste die musikalischen Eindrücke in sich nachwirken und verweilten noch etwas im Kirchenraum. Andere wiederum ließen vor der Wallfahrtskirche ihrer Begeisterung freien Lauf.

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