Solidarität Geislinger Vesperkirche beginnt am Sonntag

Isabelle Jahn 11.01.2018
Ab Montag gibt’s warmes Mittagessen in der Geislinger Vesperkirche. Das Angebot richtet sich nicht nur an Bedürftige.

Ab dem kommenden Montag dampfen in der Geislinger Pauluskirche wieder die Töpfe. Drei Wochen lang gibt es bei der Vesperkirche warme Mittagessen für alle, die Lust darauf haben. Für den Unkostenbeitrag von 1,50 Euro – es darf gerne mehr gegeben werden – bekommen Besucher montags bis freitags von 11.45 bis 13.30 Uhr ein Essen in drei Gängen: Suppe, Hauptmahlzeit sowie Kaffee, Tee und Nachtisch. Auch kalte Getränke werden ausgeschenkt.

Das Essen kommt an den meisten Tagen vom Samariterstift. Am 18. Januar kocht die Geislinger Ditib-Gemeinde und am 1. Februar das Bildungszentrum Geislingen. Die Pforten der Pauluskirche im Seebach öffnen bereits um 11 Uhr – für den Gottesdienst, mit dem die Vesperkirche an allen Tagen beginnt – und schließen um 14 Uhr.

60 Helfer beteiligen sich in diesem Jahr an der Vesperkirche, damit alles glatt läuft: Sie geben Essen aus und servieren, tragen Geschirr ab und stehen auch als Ansprechpartner bereit. Denn bei der Vesperkirche geht es nicht nur darum, satt zu werden: „Wir wollen möglichst viele unterschiedliche Menschen zusammenbringen“, sagt Karl-Heinz Drescher-Pfeiffer. Der Pfarrer im Ruhestand übernimmt seit acht Jahren die Leitung der Vesperkirche und wünscht sich auch für dieses Mal eine Vielfalt von Gästen. Dabei spielt es keine Rolle, welche Herkunft oder Religion jemand hat. Migranten und Flüchtlinge hätten das Angebot bisher eher zögerlich angenommen, berichtet Drescher-Pfeiffer und betont: Unabhängig davon, woran man glaube – niemand müsse sich davor scheuen, die Kirche zu betreten. Zwar stehe an vielen Tagen Schweinefleisch auf dem Speiseplan, weshalb sich diese Mahlzeiten dann nicht für Muslime eignen; aber bei drei Gängen werde in der Regel jeder fündig.

Auch den Kontakt unter Menschen mit unterschiedlichen sozialen Voraussetzungen soll die Vesperkirche ermöglichen, erklärt der Pfarrer im Ruhestand: „Man kann Anteil daran nehmen, wie es anderen geht, ohne dies gleich zu bewerten.“ Oberbürgermeister Frank Dehmer, Geislinger Gemeinderäte sowie Landrat Edgar Wolff werden ebenfalls in der Vesperkirche anzutreffen sein und zum Teil auch Essen servieren – eine gute Gelegenheit, persönliche Anliegen loszuwerden, sagt Drescher-Pfeiffer.

Außerdem begleiten die Vesperkirche zwei kulturelle Veranstaltungen: Am Montag, 22. Januar, findet um 19 Uhr in der Pauluskirche ein Benefizkonzert des Geislinger Salon-Orchesters statt. Am Donnerstag, 25. Januar, spielt das Jugendblasorchester Geislingen. Wer Geld spendet, leistet einen Beitrag dazu, dass die Vesperkirche überhaupt bestehen kann: „Das ist nur durch Spenden finanzierbar“, betont der Organisator.

Übermorgen, am Sonntag, findet um 9.30 in der Pauluskirche der Eröffnungsgottesdienst zur Vesperkirche statt. Damit am Montag alles nach Plan läuft, werden ab heute bereits die Tische in der Kirche aufgestellt und dekoriert. Denn es soll richtig gemütlich werden, sagt Karl-Heinz Drescher-Pfeiffer: „Die Gäste sollen sich wohlfühlen.“

Ablauf der Vesperkirche

Mit einem Gottesdienst an diesem Sonntag um 9.30 Uhr in der Pauluskirche wird die Geislinger Vesperkirche eröffnet. Am Sonntag, 4. Februar, findet dann ebenfalls um 9.30 Uhr der Abschluss-Gottesdienst statt.

Ab Montag und dann immer wochentags von 11.45 Uhr bis 13.30 Uhr ist die Essensausgabe der Vesperkirche geöffnet. Letzter Tag ist Freitag, der 2. Februar. An allen Tagen hält Karl-Heinz Drescher-Pfeiffer zuvor eine Ansprache.

Ein Essen mit Vor- und Hauptspeise sowie Nachtisch und Getränke kostet 1,50 Euro. Wer mehr gibt, unterstützt damit die Vesperkirche. Am 18. Januar kocht die Geislinger Ditib-Gemeinde, am 1. Februar das Bildungszentrum.

Für Busfahrten in Geislingen und Umgebung während der Vesperkirche bekommt man Gutscheine. Dazu vor Ort nachfragen.